Sonntag, 9. November 2014

Welcome back Neuseeland

Gut 1,5 Wochen bin ich nun wieder in Neuseeland. Zeit also für ein kurzes Update.
Die vier Wochen in Mittelamerika waren super. Angefangen von Maya Tempeln, schnorcheln am zweitgrößten Korallenriff der Erde umrundet von Ammenhaien, Rochen und Schildkröten, bishin zu einer traumhaft schönen Hochzeit von Claudia und Matt in Traumkulisse und anschließender Party mit Freunden. (Sobald meine Masterarbeit fertig ist, versuche ich eine ausführliche Reisebeschreibung inkl. Fotos zu posten.).

Kia Ora, welcome to Christchurch
Und dann ging es am 27.10. für 35 Stunden rund um den Globus...Vier Flugzeuge, dreimal umsteigen, vier Länder, vier Währungen und gefühlte drei Millionen Zeitzonen später hieß es dann: "Kia Ora, welcome to Christchurch". Die Landung in Christchurch war mit Abstand der schlimmste Teil der vielen Flugstunden...Immerhin hatten die Sturmböen vom Morgen ein wenig nachgelassen..trotzdem gab es doch ordentlich Turbulenzen und ein lautes "wow, that was a good one" ging dabei dreimal durchs ganze Flugzeug.
Bereits seit meiner Zwischenlandung in Auckland war das breite Grinsen in meinem Gesicht Programm und ich wäre beinahe durch die Zollkontrolle gehüpft. Vielleicht war es die pure Übermüdung, vielleicht aber auch die Tatsache, dass ich realisiert habe, dass mein Plan jetzt Gestalt annimmt: Ich bin wirklich zurück in Neuseeland.
Noch vor dem Gepäckband empfing mich dann Michelle in Christchurch mit dem gleichen Lächeln im Gesicht und einer herzlichen Umarmung. "Welcome back! It feels like you never left"
("Willkommen zurück! Es fühlt sich an, als wärst Du nie weg gewesen"). Ja, ich bin gelandet und es ist kein merkwürdiger Traum, den ich zusammengerollt auf zwei Flugzeugsitzen träume.

Der Willkommens-Korb voll mit originalen Kiwi-Goodies
Michelle, Jason und Caleb haben mich wie immer mit offenen Armen (und einem original Kiwi-Goodies-Welcome-Basket) empfangen und es ist schön wieder hier zu sein.

In den 1,5 Wochen, die ich nun wieder in Aotearoa bin ist sonst noch nicht viel passiert. Das liegt vor allem an meiner Masterarbeit..(Anmerkung der Redaktion: der letzte Teil eines Masterprogramms, dass sich von "sehr cool und super interessant" leider zum absoluten Albtraum entwickelt hat. Natürlich abgesehen von den Freundschaften, die sich gebildet haben. Sonst wäre ich womöglich allein durch Mittelamerika getourt ;) ) Diese ominöse Masterarbeit ist also gerade mein Hauptfokus. Und sie neigt sich Gott sei Dank dem Ende!!! (woohoo!) So langsam fällt mir nämlich sonst auch die Decke auf den Kopf.. (ja, das ist auch in Kiwi Paradise möglich ;) )
Sobald also die letzte Seite geschrieben ist, geht die Jobsuche los. Einen Nebenjob, der mich beschäftigt und für das nötige Kleingeld sorgt bis ich was Richtiges habe, habe ich bereits in Aussicht. Fingers crossed, wie man hier so schön sagt.

Wie ihr seht, geht es mir hier sehr gut und ich hoffe, dass in den kommenden Wochen ein wunderschöner, ereignisreicher und aufregender Kiwi-Sommer vor mir liegt.

Kia Ora,
Eure Jule


English Version :)
As I know that the English speaking audience for my blog has grown since I was here last time, I will try to also give you the updates in English..

For about 1.5 weeks I am back in New Zealand now. So it's time for a short update.
The four weeks in Central America were amazing. Starting from Mayan temple ruins, snorkling at the world second biggest coral reef surrounded by nurse sharks, rays and sea turtles, up to a phantastic dream like wedding of Claudia and Matt infront of a breath-taking scenery and the party with friends afterwards. (As soon as I finish my thesis, I will try to post a travel post with pictures.)

On Oct 27th it was time for another long-distance travel. 35 hours around the globe. After four planes, four countries, four currencies and what felt like 3 million time zones, I could hear the pilot say: "Kia ora, welcome to Christchurch". The landing in Christchurch was by far the worst part of all those hours on the plane. Although the gale force winds from the morning had died down a bit, we had major turbulences of which three lead to a major "wow, that was a good one"-sound by the whole plane.
It was already during the stopp-over in Auckland when my whole face turned into a big smile and I felt like I wanted to skip through the customs check. Maybe it was the pure overfatigue, but maybe it was the moment when I realised that my plan was actually turning into reality: I am back in New Zealand.
Just before making my way to the baggage claim in Christchurch, I was already welcomed by Michelle with a hug and a smile that was as big as mine. "Welcome back! It feels like you never left". Yes, I actually arrived and this is not a weird dream, dreamt being curled up on two seats on the plane.
As usual Michelle, Jason and Caleb welcomed me to their home with open arms (and a original Kiwi-Goodies-Welcome-Basket) and it feels great to be back.

In the last 1.5 weeks since I arrived to Aotearoa not much happened otherwise. This is mainly due to the Master thesis which I have to finish. (Editor's note: the thesis is the last part of a masters programm which unfortunately turned from "very cool and super interesting" into a real nightmare. Of course apart from the friends I found during the time. Maybe I would've toured through Central America alone otherwise.. ;) ) So my main focus at the moment is this thesis. And thank god, it's luckily coming to an end (woohoo!) as I slowly start developping a cabin fever (yep even in Kiwi Paradise that's possible)! 
As soon as the last page is done, the job hunt officially starts. Potentially I already have a part-time job that will keep me busy and the bank account relaxed until I have a proper job. Fingers crossed!

As you can see, I am doing fine and I hope that in the coming weeks I have a wonderful, eventful and exciting Kiwi summer ahead of me.

Kia Ora,
Jule

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Diagnose: Reisefieber



Es ist soweit, nach gut fünf Jahren geht wieder der Flieger und ich sitze drin. Ziel: Neuseeland. Wenn ich in den letzen Wochen und Monaten erzählt habe, dass ich ins Ausland gehe, haben die meisten gefragt wohin. Als sie Neuseeland gehört haben, kam aber meist ein wissendes Kopfnicken zurück…Ja, die Faszination hat mich nicht los gelassen. Nachdem ich vor zwei Jahren noch einmal für einige Wochen zum Urlaub am anderen Ende der Welt war stand fest: ich will nochmal hin und ich will dort arbeiten.
Der Plan ist nun also mit dem sogenannten „Working Holiday Visum“ (landläufig bekannt als Work & Travel) nach Kiwi Paradise zu fliegen und dort dann zu versuchen einen Job zu kriegen. Und mit Job meine ich eine Anstellung in meinem tatsächlichen Beruf. Ich möchte im Naturschutz oder Nachhaltigkeitsmanagement eines Unternehmens arbeiten und Auslandserfahrung sammeln.
Dazwischen liegen jetzt aber erst einmal noch vier Wochen Urlaub in Mexiko, Belize und Guatemala. Morgen Mittag geht der Flieger Richtung Cancun. Dort treffe ich mich mit meiner Kommilitonin und sehr guten Freundin Rosalyn und wir genießen für vier Wochen mit einer geführten Kleingruppenreise die Strände, Maya Ruinen, Tiere und Pflanzen Mittelamerikas.
Ende Oktober sind wir dann bei der Hochzeit einer Guatemaltekin eingeladen. Wir kennen uns aus dem CISV Sommercamp, an dem ich im Dezember 2008 mit einer deutschen Delegation teilgenommen habe. Ich werde hier auch einige andere CISV Gesichter wieder treffen und freue mich sehr darauf nach fünf Jahren mit allen Claudias großen Tag zu feiern.
Nach der Hochzeit geht es dann über El Salvador, LA und Auckland nach Christchurch zu Michelle und ihrer Familie. Dort werde ich die erste Zeit unterkommen, während ich meine Masterarbeit beende und nach einem Job Ausschau halte.
Ein Jahr lang habe ich Zeit noch einmal meinen großen Traum zu leben und ich freue mich wahnsinnig darauf. Der Abschied fühlt sich dieses Mal anders an..vor fünf Jahren war ich nicht wirklich nervös, weil durch die Uni irgendwie alles organisiert war. Diesmal hängt alles von meinem Engagement ab..bekommen ich einen Job? Wenn ja, wo und wann? Alles offen…
Dafür war vor fünf Jahren der Abschied von Freunden und Familie schwerer. Dieses Mal weiß ich, dass der Kontakt nicht abreißt und ihr genauso an meinem Leben teilhaben werdet, wie ich an Eurem..nur eben nicht aus Bonn, sondern aus Neuseeland.

Ein Spruch von Hans Christian Andersen hat mich die letzten Wochen begleitet:

“To move, to breathe, to fly, to float,
To gain all while you give,
To roam the roads of lands remote,
To travel is to live."

In diesem Sinne stürze ich mich also mal wieder voll ins Leben! Ihr dürft gespannt sein was mich erwartet…ich bin es auch! ;)

Eure Jule

Samstag, 22. Dezember 2012

Reunion, reunion, reunion

Tja, was soll ich sagen..die letzten Tage waren gepraegt von Reunions...Ich habe in Taupo eine Freundin besucht und bin dabei im Pub zufaellig einer anderen Freundin ueber den Weg gelaufen, die mit mir vor 3 Jahren im selben Wohnheim gewohnt hat...ich glaube unsere ueberraschten Gesichter waren fuer alle priceless, wie man hier so schoen sagt...
Mittlerweile sind wir nach einem Abstecher nach Napier und einer Traktortour zu den Gannets dort in Paraparaumu angekommen. Nur ca. 30 Minuten noch bis Wellington. Allerdings gehts morgen hier erst nochmal nach Kapiti Island. Einer Insel ca. 10 Min Farhrfahrt entfernt, die komplett von eingeschleppten Tieren befreit wurde und somit ein tolles Naturschutzgebiet fuer einheimische Voegel sein soll. Ich wollte dort schon vor 3 Jahren hin und morgen wird es dann endlich was, wenn das Wetter mitspielt.
Bisher haben wir damit mehr als Glueck und arbeiten fleissig an unserer Sommerbraeune :) (ja, ein bisschen neidisch duerft ihr ruhig werden). Bei durchschnittlich 25Grad und strahlend blauem Himmel funktioniert das hier ganz gut.
Morgen Abend steht dann der kurze Weg nach Wellignton an und ich bin wieder in meiner geliebten coolest little Capital :) :) :) Ich freue mich wahnsinnig drauf meiner Familie die Stadt zu zeigen in der ich mich so wahnsinnig wohl gefuehlt habe. Ausserdem steht viel auf dem Programm...Hoffe ich kann all das Essen, was mir alle Freunde aufgetragen haben... Fidels, jede Menge Kaffee, Fish'n'Chips...und zwischendurch natuerlich das Sight seeing...DAs wird mal ein ganz anderes Weihnachten.

Ich wuensche von hier aus schonmal allen Frohe Weihnachten!! Feiert schoen und geniesst die Zeit mit Euren Liebsten! Weisse Weihnachten scheinen ja wohl bei den meisten nicht in Sicht, von daher wuensch ich Euch einfach allen, dass wenigstens der Regen stoppt...

Kia Ora aus der Sonne!!

Eure Jule

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Welcome back in New Zealand

So, gut zwei Jahre ist es her, seit ich den letzten Eintrag verfasst habe...und jetzt hat es mich wieder nach Neuseeland verschlagen. Diesmal fuer nicht ganz so lang... 5 Wochen Urlaub sind angesagt, weit weg vom deutschen Winter. Und auf speziellen Wunsch gibts hier hin und wieder mal ein Update. Leider diesmal aber ohne Bilder, da ich die in den Hostels ueber die PCs hier nur mehr als schwer hochladen kann. Wer Bilder sehen will laedt mich einfach ein, wenn ich wieder da bin ;)

Seit 10 Tagen reise ich also gemeinsam mit meinem Bruder durch Kiwi Paradise...und was soll ich sagen, es ist genauso grossartig wie letztes Mal.

Gestartet sind wir in Auckland, wo wir uns erstmal ein bisschen an die Sonne und den Linksverkehr gewoehnt haben. Von dort gings mit dem Mietwagen weiter einmal rund um die Coromandel Peninsula. Das war ein besonderer Wunsch von mir, da hier im Dezember die Pohutukawa trees bluehen. Auch bekannt als New Zealand Christmas Trees. Die knallroten Blueten machen sich einfach gut im Kontrast zum strahlend blauen Himmel und zum Meer. ;)

Nach einem Abstecher zur Cathedral Cove (diesmal war der Felsbogen offen und man konnte durchlaufen) gings nach Rotorua weiter. Geysiere, heisse Quellen und der Schwefelgeruch in der ganzen Stadt haben sich nicht veraendert. Nur hatte ich letztes Mal das GEfuehl, dass hier wesentlich mehr los war...naja, das waren damals aber wohl auch nur wir, die da gefeiert haben :D

Mittlerweile sind wir in Taupo angekommen. Hier gabs Marburg-NZ-Reunion Nummer 748957. Ich habe Siliva wieder getroffen, mit der ich in Marburg studiert habe und die mittlerweile hier lebt.
Leider spielt das Wetter hier gerade nicht so mit, so dass wir auf Sonne warten um dann nochmal einen Trip in den Tongariro National Park zu machen und uns die Vulkane anzuschauen.

Ich fuehle mich hier in Neuseeland wieder mehr als pudelwohl und geniesse die Zeit sehr. Ganz besonders freue ich mich natuerlich dann auf Silvester in Christchurch, wenn ich meine Kiwi-Familie wieder sehe :) :)

Soweit erstmal Kia Ora!
Eure Jule

Samstag, 24. Juli 2010

Haere ra Neuseeland

So dele...last but not least..dies wird der letzte Eintrag in meinem Neuseeland-Blog werden. Leider habe ich es zeitlich nicht mehr ganz geschafft den letzten Eintrag noch in Neuseeland zu verfassen..Das heisst ich bin mittlerweile nach 30 Stdunden Flug inkl einem Sprint durch den Flughafen in LA dank 2,5 Stunden verspaeteter Landung, wieder zu Hause angekommen..

1,5 Jahre war ich in Uebersee..Die Zeit verging wesentlich schneller als der 30stuendige Heimflug..So ganz fassen kann ichs auch noch nicht, dass ich tatsaechlich wieder im Rheingau bin..aber es fuehlt sich gut an :)
Meine letzten Abenteuer in Neuseeland, wie meine Reise durch den hohen Norden, zum hoechsten Berg und die letzten zwei Wochen in Christchurch habe ich hier nicht mehr online gestellt..wenn ihr Interesse an den Geschichten und Bildern habt...Kommt vorbei ;)

Tja, was soll ich sagen?! Wie ihr denke ich wisst hatte ich eine unglaublich geniale Zeit in Down Under in Australien und Neuseeland. Ich habe in Neuseeland ein zweites zu Hause und in Christchurch eine zweite Familie gefunden. Es war genauso hart mich vor zwei Tagen von Michelle und ihrer Familie zu verabschieden, wie es vor 1,5 Jahren war mich von meiner Familie und Freunden hier zu verabschieden...Aber genau aus dem Grund, dass ich Neuseeland so in mein Herz geschlossen habe weiss ich auch, dass ich frueher oder spaeter, mit welchem Ziel auch immer, wieder zurueck kehren werde! Vlt fuer Ferien, vlt schaffe ich es fuer eine zeitlang einen Job dort zu bekommen..wer weiss!
Ansonsten kann ich mich nur immer und immer wieder bei meiner Familie und ganz besonders meinen Eltern fuer die unglaubliche Unterstuetzung bedanken! Ohne euch waere mein grosser Traum nicht in Erfuellung gegangen!! DANKE!

Jetzt bin ich wieder in der Heimat! Es fuehlt sich unglaublich gut an wieder daheim zu sein und Familie und Freunde wiederzusehen! Was jetzt kommt?! Ganz ehrlich, keine Ahnung! :D Ich bin auf der Jobsuche, also wenn ihr was hoert..sagt bescheid ;)

Ansonsten Danke fuers lesen meines Blogs, ich hoffe meine Abenteuer haben euch genauso viel Spass gemacht wie mir :)

Kia ora!

Eure Jule

Freitag, 21. Mai 2010

Would the Master of Conservation Biology please come forward...GRADUATION!!

Ich nehme an, zu vielen von euch hat es sich schon rumgesprochen und ausserdem koennt ihr es meinem Profilfoto entnehmen...es war soweit: Ich durfte die Robe tragen und hochoffiziell mein Zeugnis in Empfang nehmen.
Aber immer schoen der Reihe nach:

Nachdem ich ja bereits Ende Maerz die letzte Abgabe hatte konnte ich mich fuer die sogenannte "Advanced grauation" bewerben. Normalerweise muss man nach seinem Abschluss ein Semester warten bevor man an der Zeremonie teilnehmen darf. Als Master und internationaler Student hat man allerdings die Chance sich darum zu bewerben, dass man direkt nach dem Semester das ganze mitmachen darf. Und genau das habe ich getan. Meine Dozentin hat dafuer gesorgt, dass meine Noten rechtzeitig vorlagen und so gings dann am Montag mit den Vorbereitungen los.
Vorbereitungen heisst hierbei: Academic Dress abholen. Jeder, der hier an der offiziellen Zeremonie teilnehmen moechte muss zu genau dieser eine Robe, einen Hut (sieht ein bissl aus wie ein Doktorhut bei uns) und die, dem Abschluss entsprechende Kaputze oder Stola tragen.

Am Dienstag war dann der grosse Tag!
Morgens gings erstmal zum Fotografen..wenn schon denn schon ;)
Und um 17.30Uhr wars dann Zeit zum Aufstellen..Ja, richtig, aufstellen. Ich hatte Number 175 von insg 431 Graduants..Ja, da war ein gutes Stueck Logistik gefragt. Ich glaube wir wurden dreimal gecheckt, dass wir auch wirklich in der richtigen Reihenfolge standen ;)Der Saal mit den Zuschauern, die auf die Professoren und Offiziellen der Uni, und natuerlich die Absolventen warten :) Daher all die leeren Stuehle ;)Die Professoren, der Praesident und alle Wichtigen der Uni sind da...es kann losgehen :)Und jetzt sind auch die Absolventen alle da.. :)

Um 18Uhr ging dann die Zeremonie offiziell mit der Maori Willkommens Zeremonie gestartet. Waehrend diesem so genannten "Powhiri" durften wir dann einmaschieren..Das allein schon war ein super Gefuehl. Bei diesem Einmarsch durften wir unseren Hut noch nicht tragen, da wir noch offiziell Anwaerter auf unsere Abschluesse waren.
Der erste ziemliche Gaensehautmoment war dann nach der ersten Rede des Unipraesidenten. Wir wurden alle gebeten uns zu erheben und wurden dann vom Praesidenten offiziell zu Graduierten der Uni erklaert und das war der Moment in dem wir, unter Applaus und Jubel der Zuschauer, unsere Huete aufsetzen durften...erstmals: WOW!
Danach gings dann also los mit der Vergabe der Zeugnisse. Zuerst wurden die Doktortitel vergeben, deren Forschung dabei auch kurz vorgestellt wurden. Als naechstes war die FAculty of Architecture & Design dran...und dann gings weiter mit uns, der Faculty of Science :)

Der Dekan der Fakultaet hat jeden einzelnen Graduierten mit Namen und Abschluss dem Unipraesidenten vorgestellt. Der REihe nach haben wir uns also alle ganz brav angestellt und aufgeregt darauf gewartet, dass unser Name genannt wurde...
Und dann wars soweit: "Would the Master of Conservation Biology please come forward.....Julia Hoffmann" woooohoooo
Ich weiss eigentlich nicht wirklich, wie ich das Gefuehl in dem Moment beschreiben soll. Ich war die einzige mit diesem Abschluss in dieser Mai graduation und ausserdem die zweite der Faculty of Science :)
Es war der absolute Hammer! Meine zwei Hauptdozenten sassen mit allen anderen Profs und offiziellen der Uni (ebenfalls alle im academic Dress) auf der Buehne. Als ich dann an der Reihe war habe ich als erstes zu ihnen hochgeschaut und gesehen, wie sie fuer mich applaudiert habn und aufgestanden sind...
Wie gesagt, ich kann so viel schreiben wie ich will, das Gefuehl kommt fuerchte ich trotzdem nicht ganz rueber..aber es ist einfach ne unglaubliche Ehre diese Robe tragen zu duerfen und ueber diese Buehne laufen zu duerfen!Das ist es..DAS Zeugnis :) Master of Conservation Biology :) :) :)

Ich habe meinen Aufenthalt hier 1,5Jahre lange geplant...dann 1,5Jahre lang dafuer studiert und dann ist der Moment da!! EInfach nur absolut WOW und Gaensehaut pur!

Und danach habe ich dann im Foyer nochmal meine Professoren getroffen, die mir mit einer herzlichen Umarmung zum bestandenen Master gratuliert haben und meinten es sei eine Ehre fuer sie gewesen fuer mich aufstehen und applaudieren zu duerfen! Na das hoert man doch gerne ;)

Nach dem obligatorischen Glas Sekt auf Kosten der Uni gings dann weiter in die Mac's Brewery um den Erfolg mit dem ein oder anderen Jug Beer und meinen Freunden gebuehrend zu feiern! ;)

Am naechsten Tag war dann eigentlich Parade durch die Stadt angesagt (dabei laufen alle Absolventen aus der Zeremonie vom Abend vorher die Hauptstrasse entlang, begleitet von Dudelsackblaesern und einer Kapelle :) und wieder den offiziellen Vertretern der Uni)..Dummerweise hat uns das Wellington-Wetter aber im Stich gelassen und auf Grund
von Dauerregen wurde sie im letzten Moment abgesagt..aber da ich die Robe schonmal anhatte haben wir eben noch ein bisschen Fotoshooting rund ums Parlament gespielt :)
Das tolle hierbei ist, dass einem wildfremde Menschen zum bestandenen Studium gratulieren und viele auch wissen wollen fuer welchen Abschluss denn die Farben stehen, die man da traegt.

Ich finde es grossartig was die Graduation hier fuer 'ne grosse Sache ist. Man fuehlt sich wirklich geehrt dabei sein zu duerfen und Absolvent eben dieser Universitaet zu sein. Ausserdem hat man wirklich das Gefuehl, dass nicht nur die Familie, sondern auch die Dozenten und irgendwie die ganze Stadt ein bisschen stolz ist auf "ihre" Absolventen!

So, und an dieser Stelle wirds dann nochmal kurz ein wenig persoenlich!
Liebe Mama, lieber Papa, ich weiss wie gerne ihr (und auch Andre und Heiko) hier gewesen waerd um mir persoenlich aus dem Publikum zuzujubeln..Leider hab ich mir einen Studienort ausgesucht, der eben nicht so ganz um die Ecke liegt, sodass das nicht moeglich war. Doch wie schon erzaehlt hat euch meine kleine internationale MCon Familie mehr als wuerdig vertreten :)
Und immer wenn ich andere Familien fuer ihre Absolventen habe Jubeln hoeren habe ich an euch gedacht, da ich euch sooo dankbar dafuer bin, dass ihr mir ermoeglicht habt meinen Traum zu verwirklichen und zu leben und ich habe jeden einzelnen Tag dieses Traums in vollen Zuegen genossen (und tue das auch weiter ;) )!!
Euch habe ich es zu verdanken, dass ich ueber diese Buehne laufen und mein Zeugnis in Empfang nehmen durfte!!! DANKE!!

Ich hoffe ich konnte wenigstens ein klein wenig rueberbringen wieso es so eine grosse Sache fuer mich war und was fuer ein unglaublich geniales Gefuehl es war an dieser Zeremonie teilnehmen zu duerfen!

Kia ora!

Eure Jule :) :)

Sonntag, 16. Mai 2010

Kiwis fangen im Karori Sanctuary - A real New Zealand adventure!!

Letzten Dienstag kam ich in den Genuss definitiv eines meiner Highlights waehrend meiner Zeit hier in Aotearoa..
Wie einige von euch schon wissen helfe ich ehrenamtlich im Karori Sanctuary als Besucherbetreuer.
Das Sanctuary ist ein Naturschutzgebiet rund 2km vom Stadtzentrum entfernt. Dieses Gebiet ist mit einem sogenannten "predator exclusion fence" versehen. Das heisst, es ist umrundet mit einem Zaun, der so konsturiert wurde, dass keine boesen Tierchen wie Katzen, Possums, Ratten, Wiesel oder Mader hinein kommen. Das ganze wurde vor 10Jahren gegruendet. Zu dieser Zeit wurde der Zaun gebaut und dann mit Fallen und Gift die so genannten "invasive predators" (eingeschleppte Raeuber) aus dem Gebiet entfernt. Genau diese eingeschleppten Boesewichte sind der Grund warum es vielen der Voegel und den Tuataras hier in NZ populationsmaessig so schlecht geht. Viele der endemischen Voegel sind flugunfaehig und brueten ausserdem am Boden. Daher sind sie den Raeubern, die vor allem von den Europaeern eingeschleppt wurden schutzlos ausgesetzt und ihre Populationen teilweise so gut wie ausgeloescht worden..
In den eingezaeunten Schutzgebieten, von denen es mehere in NZ gibt (und auf den Inseln rund um NZ) war es dann moeglich die Populationen wieder ein wenig auf Vordermann zu bringen indem man sie dorthin umgesiedelt hat, wo sie keiner Gefahr mehr ausgesetzt sind.
Und genau das ist auch in Karori der Fall.

Vor 10Jahren wurden dann ein paar Little Spotted Kiwis ins Schutzgebiet freigelassen. Dort leben diese Tierchen unbehelligt seit dem. Die grosse Frage zur Zeit ist nun, wieviele gibts denn mittlerweile? Das heisst also: Kiwi zaehlen ist angesagt! Und ich hatte das grosse Glueck bei dieser Aktion helfen zu duerfen und kam dabei dann auch noch in den Genuss eines ganz besonderen Abenteuers..aber eins nach dem anderen.

Am Dienstagabend haben wir uns um 19Uhr am Sanctuary getroffen. Mit von der Parie waren etwa 8 Freiwillige Helfer sowie 5Mitarbeiter des Department of Conservation (Umweltministerium) und zwei so genannte Kiwi-Dogs (Kiwi-Hunde). Diese Hunde sind darauf trainiert Kiwis zu erschnueffeln. Tagsueber tun sie das, wenn die Kiwis in ihren Hoehlen schlafen und nachts schlagen sie an, wenn sie einen Kiwi riechen, der gerade auf Nahrungssuche ist (die lieben Tierchen sind naehmlich nachtaktiv :) ..
Zusammen mit Erin (zweite Freiwillige), den beiden DOC-Mitarbeitern Tash und James und dem Kiwi-Hund Persil gings dann also los.

Ausgeruestet mit warmer Kleidung und Kopflampen gings auf ins Sanctuary um Kiwis zu suchen.

Nach ca 45min wars dann soweit und so laeuft dann also die Jagd nach dem Kiwi ab:
Persil hatte einen Kiwi erschnuppert und blieb ploetzlich wie angewurzelt stehen. DAs war das Zeichen fuer uns, unsere Lampen auszuschalten. Tash hat den MP3-Player und Boxen ausgepackt und damit Kiwi-Rufe abgespielt, die den Vogel, der irgendwo um uns rumstromerte anlocken sollten.
Natuerlich ist es vollkommen dunkel im Sanctuary und somit ist man dann sobald die Lampen ausgeschaltet sind auf sein Gehoer angewiesen. Die Kiwis sind bei ihrer Nahrungssuche nicht gerade leise und rascheln mit ihrem Schnabel doch recht laut durch das am Boden liegende Laub. Wir sassen also alle 4 ganz stumm im stockfinsteren Wald und haben gelauscht wo der Kiwi ist. Wer immer das Gefuehl hatte der Kiwi ist am naechsten zu ihm/ihr hat leise gepfiffen. Tash hat dann hin und wieder die Rufe abgespielt um den Kiwi so in Position zu locken, dass sie oder James ihn mit ihren Kescher fangen konnten. Dazu mussten sie dann auch wirklich blitzschnell sein. Hatten sie das Gefuehl der Kiwi ist nahe genug bei ihnen haben sie ihre Lampen angeschaltet und versucht den Kiwi zu fangen. In der Theorie haben Kiwi kaum Fluchtverhalten und ducken sich einfach wo sie gerade sitzen, wenn sie Gefahr verspueren...naja, wie gesagt, in der Theorie..in der Praxis ist dann durchaus mal ein beherzter Hechtsprung oder ein kurzer Sprint durch den Wald noetig..Aber Tash, James und Persil sind nicht umsonst Profis in ihrem Fach.. :) Der erste Kiwi ging ins Netz!

Ist er gefangen werden die Masse des Vogel, die Laenge seines Schnabels und sein Gewicht gemessen. Ausserdem werden ihm ein paar Federn entrupft, die fuer genetische Zwecke gebraucht werden. Zum Abschluss bekommt er dann noch einen MEtallring mit individueller Erkennungsnummer ans Bein, wenn er nicht schon einen hat, und ausserdem einen kleinen Sender ans andere Bein. Dieser Sender hilft uns dabei tagsueber rauszufinden wo die lieben Tierchen ihre Hoehlen haben und den Tag ueber schlafen bzw wie hauefig sie ihre Bauten wechseln etc.
Und ganz zum Abschluss kommt dann eine eh schon voellig faszinierte freiwillige Helferin in den Genuss den Vogel auf den Arm zu nehmen und fuer ein Foto posieren zu duerfen!! Juuuuuhuuuuu! Es ist so ziemlich das groesste was einem hier in Neuseeland (besonders einem Biologen) passieren kann. Die wenigsten Leute (selbst Neuseelaender) haben ueberhaupt je einen Kiwi gesehen (ausser vlt im Zoo oder eben bei Nachtfuehrungen im Sanctuary oder den Inseln) und haben definitiv nie die Chance gehabt einen anzufassen!Es ist definitiv was ganz besonderes und eine unglaubliche Chance! (So ziemlich der perfekte Abschluss meines Studiums!!)

Und so ganz ohne war das ganze Suchen auch nicht unbedingt. Einen der Kiwis haben wir in einem Bachtal gefangen. Das Problem ist aber, dass kein Weg in dieses Bachtal fuhert und somit der einzige Zugangsweg ein 25m hoher extrem steiler Abhang im Wald ist..Also gut, nix wie runter da..Naja, mit einem ordentlich blauen Oberarm (da ich zwischendurch mal kurz ein wenig den Halt verloren und dann etwas schwungvoll den Baum umarmt habe, der mich aufgefangen hat) und dem ein oder anderen Kratzer and Haenden und Beinen bin ich dann aber auch heil unten angekommen..(und der Weg nach oben war nicht minder spannend..die Kratzer an den Haenden wurden dann dank dem Versuch sich an irgendwelchen Dorenenbueschen festzuhalten noch ein wenig vermehrt...ganz zu schweigen vom Muskelkater am naechtsen Tag :D )
Dort haben wir dann ungefaehr 30min gesessen und auf den Kiwi gelauscht, der immer naeher kam..Allerdings war der dermassen laut, dass ich mir sicher war, dass kann er nicht sein und dachte es sei James, der versucht sich naeher ranzuschleichen..ich hatte ein wenig Angst, dass er auf mich tritt,weil er mich ja nciht haette sehen koennen..ja, wie sich rausstellte war es tatsaechlich der Kiwi, der so einen Laerm gemacht hat :D Und Tash hat ihn dann zum Schluss mit dem erwaehnten beherzten HEchtsprung gefangen! YAY!
Ausserdem wurden wir von einer Pateke (auch Brown Teal genannt), einer nachtaktive Ente ein wenig an der Nase rumgefuehrt..Nachdem ich meinen Posten eingenommen hatte habe ich ein irgendwie schmatzendes Geraeuch gehoert, dass sich mir von links durch den Bach naeherte und dann an mir vorbei lief und rechts von mir stehen blieb..als James dann Entwarnung gab und wir die Lampen wieder anmachen durften waere ich dann also fast auf diese kleine braune Ente getreten, die sich selbst von meiner Taschenlampe keineswegs hat stoeren lassen :D

Das tolle an diesem Bachtal war noch, dass es voll war mit den Glowworms, von denen ich euch schon aus den Hoehlen berichtet hatte..Nach dem etwas heiklen Abstieg hierher sass ich also da, im stockfinsteren neuseelaendischen Wald, habe darauf gewartet, dass der Kiwi vorbeikommt, wurde von ner Ente an der Nase herum gefuehrt und als ich mich umgedreht habe, hat die ganze Boeschung hinter mir geleuchtet wie der (an diesem Abend unglaublich klare und wundershcoene) Sternenhimmel... wie schon gesagt, diese Nachtschicht war ein echtes New Zealand Adventure oder wie die Neuseelaender sagen wuerden: sweet as, 100% pure New Zealand ;)

Es war der absolute Hammer und jeden Kratzer und blauen Fleck wert und definitiv ein absolutes Highlight meiner Zeit hier im Land der langen weissen Wolke - Aoteraoa

Drei Tage spaeter, nachdem blaue Arm so langsam lila und gruen wurde :D gings dann nochmal tagsueber raus ins Sanctuary. Diesmal sind wir mit Antenne und Receiver rumgelaufen und haben versucht die Kiwis mit Sender zu finden..Auch das keine ganz leichte Aufgabe. Immerhin sieht man tagsueber gleich welchen Hang man hoch oder runter klettern muss, aber das macht sie nach zwei Tagen nicht weniger rutschig :D

Und noch einmal hatte ich super viel Glueck, da an diesem Tag ein Fernsehteam im Sanctuary war um einen kleinen Bericht ueber die Kiwi-Hunde zu drehen. Wir wurden gefragt, ob wir evtl zur Verfuegung stehen wurden fuer ein paar Aufnahmen. Im Endeffekt wollten sie uns dann zwar doch nicht (Ich nehme an wir waren von den 3Std, die wir schon durch den Bush gekrochen waren um Kiwi Nr 17 zu finden doch schon ein wenig zuu schlammverkrustet ;) )
Aber trotzdem wars ne super Gelegenheit, da sie fuer den Beitrag einen Kiwi aus seinem Bau geholt haben und ich so nochmal bei Tageslicht einen blick auf das Tierchen werfen konnte :)

Ja, es war eine absolut geniale und ereignisreiche Woche! Als naechstes steht dann am kommenden Dienstag meine offizielle Graduation Ceremony (Zeugnisuebergabe) und Parade an :)

Sweet as bro!

Eure Jule