Samstag, 6. Dezember 2014

Let's get personal...


Anstatt Reisebericht wird es heute mal ein bisschen persönlich. Am Wochenende ist es also soweit…die große 30 steht vor der Tür..Ja ich weiß, viele von Euch werden mich jetzt müde belächeln. Ihr dürft gern auf das kleine x in der rechten Ecke Eures Bildschirms klicken und ich lasse Euch wissen, wenn‘s den nächsten Reisebericht gibt ;) oder ihr lest weiter und lernt mich vielleicht noch ein bisschen besser kennen :) 

Ich habe mich selbst in den letzten Wochen immer wieder dabei erwischt, wie ich darüber grübele und rätsele ob sich mein Leben wohl mit 30 ändern wird. Naja, wenn ich mal die letzten Monate seit meiner Entscheidung nochmal nach Neuseeland zu gehen Revue passieren lasse, hat sich bereits seit August jede Menge verändert:


Ich hatte einen Job, der mir viel Spaß bereitet hat. Natürlich habe ich auch viel gemeckert..wer tut das nicht. Aber im Großen und Ganzen kann ich mit gutem Gewissen behaupten, dass ich das Glück hatte, dass mein erster Job direkt ein Volltreffer war und ich ihn mit großer Freude gemacht habe. Einziger Haken: Projektverträge..Außerdem habe ich im letzten Jahr keine wirkliche Chance für eine echte Weiterentwicklung gesehen. Ich gehöre zu der Gruppe von Leuten, die anderen die jammern gern den Ratschlag geben: hör auf zu meckern und änder was. Gesagt getan. Erste Veränderung: Nach Ende meines Vertrags tatsächlich meinen Job verlassen (und nicht ohne die ein oder andere Träne und weiterhin regelmäßigen WhatsApp-Updates vom Chef und Kollegen). 


Nächste Veränderung: Wohnung aufgeben und Bonn verlassen. Auf gar keinen Fall ein leichter Schritt. 
Als ich im Februar 2011 nach Bonn gezogen bin, hatte ich absolut keine Vorstellung von der Stadt..Die obligatorischen Schulbesuche im Bundestag, die meine Geschwister mitgemacht haben, gab‘s für mich nicht. Da war schon Berlin angesagt... Zwar kann ich mich noch an „Bericht aus Bonn“ erinnern, aber nur noch wage. 
Im Gegensatz zu Köln, Berlin, München oder Frankfurt, bei deren Nennung ich immerhin eine Skyline oder Sehenswürdigkeit vor Augen habe, war Bonn ein ziemlich weißer Fleck auf meiner persönlichen Deutschlandkarte. Das hat sich DEFINITIV geändert!!! Ich hatte 3,5 tolle Jahre in Bonn. Ich habe ohne weiteres und in null-Komma-nichts wunderbare Freunde gefunden und es ist mir sehr schwer gefallen mich zu verabschieden. Und am 11.11. und zu Karneval werde ich Bonn und meine Freunde dort noch ein bisschen mehr vermissen!
  
 Dritte Veränderung: Ich habe meinen Master of Business Administration beendet..naja, so gut wie..die Masterarbeit ist fertig und wird gerade Korrektur gelesen..
Vierte Veränderung: Ich habe ein Flugzeug bestiegen, bin 4 Wochen durch Mittelamerika gereist und mittlerweile seit gut einem Monat in Neuseeland. Was mich hier erwartet..Ehrlich gesagt: keine Ahnung.

Also, schon jede Menge Veränderungen bereits vor meinem neuen Lebensabschnitt..wenn es das denn ist..Ich nehme an, wenn ich am Sonntag aufwache werde ich mich (vielleicht abgesehen von einem potentiellen Kater auf Grund des ein oder anderen alkoholhaltigen Erfrischungsgetränk) nicht viel älter oder anders fühlen..

Wieso also plötzlich die viele Grübelei? Ändern kann ich es ja doch nicht. Ich glaube, dass es in diesem Fall keine Veränderung meinerseits ist, die mich nervös macht. Ich glaube es ist eher die Sorge, wie mich andere jetzt möglicherweise sehen. „Hm, Du bist 30..willst Du nicht langsam mal einen festen Job?“ Ja! „Willst Du nicht mal sesshaft werden?“ Doch! „Und eine Familie gründen?“ Doch, ja! Ich kann Euch beruhigen..ja, ich will das alles. Nur passen im Moment die Rahmenbedingungen leider einfach noch nicht..Alleine macht sesshaft werden keinen Spaß..und Familie gründen ist etwas schwierig..und das mit dem Job..tja, mal sehen. Wieso sollte ich also bis es soweit ist nicht mein Leben einfach trotzdem in vollen Zügen genießen? Ich musste vor einigen Jahren schmerzhaft erfahren, wie schnell das alles rum sein kann und lebe seit dem nach dem Motto: wie es kommen soll, kommt’s und ich mache das Beste draus, egal wie ES aussieht!! Also habe ich meine sieben Sachen (oder 20kg Reisetasche gepackt) und mich auf den Weg in ein neues Abenteuer gemacht, um noch einmal Zeit in einem Land zu verbringen, in dem ich mich sehr wohl gefühlt habe und das ich mit unglaublich guten Freunden verbinde. 

New Zealand Reuinon Nummer 5 in München.
Viele haben mir gesagt wie mutig sie meinen Schritt finden..und ich finde es gibt so viele Menschen, die so viel mutiger sind als ich. Ich bin in ein Land gegangen, dass ich kenne. Ich wohne bei meiner zweiten Familie, die mir den Start hier bereits jetzt so unfassbar leicht gemacht hat, dass ich gar nicht genug dafür danke sagen kann. Und ich bin in einem Land in dem die Devise „no worries“ nicht nur großgeschrieben sondern gelebt wird und es immer einen Weg gibt. Sagen wir einfach ich habe die Gelegenheit genutzt, die sich mir geboten hat. 

Ich werde das Wochenende also erst mal mit ordentlich feiern verbringen. Außerdem geht’s am Sonntag an den Strand. Ganz egal wie das Wetter ist. Ich habe immerhin sonst im Winter Geburtstag..und den Weihnachtsmarkt tausche ich in diesem Jahr mit Sommer und Strand ;) 

Und ab Montag geht es weiter mit der Devise: Wie es kommen soll, kommt’s. Und ich tue alles dafür, auch mit 30 ein verdammt glückliches (und gern hin und wieder auch verrücktes) Leben zu leben…so wie bisher..nur eben ein Jahr älter :) Bring it on 30!

Eure Jule









Let's get personal (english version)

Instead of a travel blog we are getting a little personal today..The weekend is around the corner and with it the big dirty 30 for me…Yes I know, a lot of you might mildly smile about me now. You are welcome to just click on that little x in the upper right corner of your screen (no idea how it works on a mac, sorry) and I’ll let you know when the next travel blog is up. Or you keep reading and might get to know me a little more. 

In the last few weeks I found myself thinking a lot about my birthday and the question if my life would change with 30. Well, looking back at the last few months since I made my decision to return to New Zealand, quite a few things have already changed.

I did have a job that I really enjoyed. Of course I was moaning…who isn’t really?! But generally speaking, I can happily say that I was lucky. My first job was a direct hit and I really enjoyed it. The only catch: temporary contracts..Also, I didn’t really see a chance for a professional development during the last year. I belong to the group of people who tell others that are moaning to stop complaining and change something. No sooner said than done! First change: After my contract finished I actually left my job (not without shedding a tear or two and still receiving regular updates by my boss and colleagues).

Next change: Giving up my apartment and leaving Bonn. Certainly not an easy step! When I arrived in Bonn in February 2011, I had absolutely no idea about the city. The obligatory school visits to the capital and government that my brothers went on, weren’t an option for me..by the time Berlin was already called for. I still remember the news show “Report from Bonn”, but only vaguely. If someone mentioned Cologne, Frankfurt, Berlin or Munich I immediately was able to picture the skyline or a landmark. Not so with Bonn. It was basically a white spot on my personal Germany map. This has DEFINITELY changed! I had 3,5 amazing years in Bonn. In no time I found wonderful friends and it was very hard to say goodbye and leave. I will miss them even more on 11.11. and carnival!!
Third change: I finished my MBA program. Well, almost..my thesis is done and is currently undergoing proof reading..

Fourth change: I boarded a plane, toured around Central America and am in New Zealand for about a month now. What to expect here..honestly: I have absolutely no clue. 

So quite a few changes even before the new chapter in my life…if it is a new chapter..I assume when I wake up on Sunday I won’t feel much older or different (maybe apart from the hang over caused by the one or the other alcoholic beverage)..
So why suddenly all the musing? I can’t really change the situation anyway. I think it is not so much changes for my part that I am nervous about. I think it is more the fear of how people might see me now. “Hm, you’re 30…don’t you want a permanent job?” Yes! „Don’t you want to settle down?“ Of course! „And start a family?“ Of course, yes! I can assure you: yes, I want all of that! But right now, the general conditions are unfortunately not right yet…settling down alone is just half the fun..starting a family is a little tricky alone…and the job…well, we’ll see. So why shouldn’t I just enjoy life to the full until the general conditions are right?! A few years ago I had to experience painfully how sudden life can be over. Ever since I live my life following the motto: What will happen, will happen and I make the best of whatever it is that happens. So I packed my belongings (or my 20kg bag) and started a new adventure to spend more time in a country that I felt very good in and that I associate with incredible friends.
Many of you told me how brave I am for making this move. I think there are so many people out there who are so much more courageous than I am. I moved to a country I know. I live with my second family, who made the start here for me so incredibly easy that I don’t know how to actually ever thank them for it. And I moved to a country where the slogan “no worries” isn’t just words but an attitude to life and there is always a way. Let’s just say I used an opportunity rather than being brave. 

I will definitely celebrate and party this weekend. I will spend Sunday at the beach. No matter what the weather will be like at least I finally have a summer birthday and can exchange Christmas market and Glühwein for summer and beach ;) 

And on Monday I keep living according to the motto: what will happen, will happen. And I make sure to do everything I can to live a damn good and happy (and sometimes a little crazy) live with 30…just like I did so far..just one year older J Bring it on 30!

One thing before we start the party: PLEASE, no happy birthday wishes before Sunday..It means bad luck in Germany and I really don't need that ;) 

Kia ore
Jule

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen