Am 8.Juni ging der Flieger, und nach dem, mal wieder höchst spannenden, vollelektronischen Check-In gings los nach Christchurch. Sicher gelandet wurden Robert, Andi (übrigens meine zwei Privat-Skilehrer ;) ) und ich von Michelle am Flughafen abgeholt. Wir haben sie zu ihrer Arbeit zurück gefahren und haben uns mit ihrem Auto, das sie uns genialer Weise für die 3 Tage geliehen hat, auf den Weg zum Supermarkt gemacht und erstmal für die nächsten drei Tage eingekauft.
Danach gings nach dem ein oder anderen kleineren Umweg durch Christchurch und nach kurzzeitig falscher Richtung (wir wollten ja in die Berge nicht ans Meer ;) ) auf den Weg nach Darfield. Hier haben wir uns die Skiausrüstung geliehen..Es ist immer wieder cool, dass man in NZ auch ohne weiteres die notwendigen Klamotten zu den sportlichen Aktivitäten leihen kann..Skifahren macht in Jeans ja bekanntlich wenig Spaß..ALso alle drei voll ausgesattet mit geliehenen und trotzdem nagelneuen Skischuhen, Skiern und Stöcken gings ans erste Abenteuer: drei Leute, Gepäck von drei Leuten, Einkäufe für drei Tage UND komplette Skiausrüstung (mal 3) in ein Auto..
Hat dann aber doch alles gepasst und auf gings zu unserem Cottage!
Dieses Häuschen erwartete uns dann mit bereits eingeheiztem Kamin und genialem Blick auf die schneebedeckten Berge!
Und das tat er dann auch...zumindest der Tag begann früh..das mit dem Ski sollte sich dann als Problem herausstellen. Wir machten uns also nach einem ausgiebigen Frühstück voller Vorfreude und mit allem ausgestattet was man für einen Tag auf der Piste so braucht auf den Weg...Und dann kam das Schild: ROAD CLOSED...unsere Idee, dass sie einfach vergessen hatten OPEN hinzuhängen entpuppte sich auch als Irrtum als wir dann die Kette sahen..(diese Schild hängt in NZ übrigens ständig irgendwo. Nur hatte ich es bis zu diesem Zeitpunkt nur mit OPEN kennen gelernt..) Also gut, ein paar verzweifelte Anrufe bei sinnlosen Hotlines, die einen nur zu weiteren Holines verwiesen haben wir uns entschlossen in Methven (dem nächstgelegenen Örtchen) mal zu fragen was los sei. Antwort der "netten" Dame in der Touristeninfo: "The skifield is closed because of wind. We will know if it is open tomorrow at 6am tomorrow morning" (aha..also Skigebiet zu. Ob es am näcshten Tag offen is?! Erfahren wir morgen früh um 6Uhr) Auf die Frage nach dem nächsten Skigebiet bekamen wir ein mitleidiges Lächeln: "that'snear Queenstown..it's a 6hour drive...it's a pitty isn't it?!" (Das nächste Skigebiet: in der Nähe von Queenstown..6Std Fahrt...schade, nicht wahr?!) Tja...gut, Enttäuschung auf der ganzen Linie. Ausweichaktivitäten: Sky diving, horse riding, 4-wheel-off-road-drives...hm, danke nein! Also erstmal nen Kaffee und schauen was wir machen. Der Kaffee erhellte dann wieder ein wenig die Stimmung, da wir in einem Café saßen, das eigentlich ein Trödelladen war und rein gar nix zusammen passte und selbst das Tee-Sevice dermaßen hässlich war, dass wir doch wieder ein bißchen lachen konnten. (Der Besitzerin des Cafés konnte uns immerhin schonmal mitteilen warum das Skigebiet geschlossen ist: 140km/h Wind sind dann wohl wirklich ein wenig viel) Ach ja und Schkomuffins gabs auch (Natascha, die kamen an die Marburger Muffins ran ;) )
Tja gut, also kein Skitag..Dann eben ein bißchen die Gegend erkunden. Also haben wir versucht, wie gesagt, wir waren mitten im nichts, einen netten Walk (also eine Wanderstrecke zu finden) naja, immerhin einen kleinen netten 30Minuten Wlak haben wir irgendwo in der Nähe gefunden.
Und nicht zu vergessen die kleine Brücke direkt neben dem örtlichen Klärwerk von der aus man angeblich Lachse im Fluss sehen konnte...wir haben uns dann mal auf die Suche nach den Lachsen begeben
Nun gut, dann haben wir uns noch auf ca 2 Std "unsealed road", also Schotterpiste mitten durchs Nichts...
den Wind um die Ohren pusten lassen (übrigens nicht der Wind vom Berg..denn bei uns unten war es windstill!! daher wurden eben Hilfsmittel zu Rate gezogen um das mit dem Wind in die Tatsache umzusetzen)
Trotz allem wars ein lustiger Tag, den wir dann gemütlich im Cottage ausklingen ließen.
Nach dem Anruf bei der Snowhotline um 7Uhr morgens am nächsten Tag konnte ich dann die Jungs mit der freudigen Botschaft "Mt Hutt is open" wecken..und los gings!
Die Anfahrt zum Skigebiet allein war die Reise wert..Man bedenke, dass wir in einem der größten Skigebiete NZ waren.
Also hieß es erstmal Schneeketten aufziehen..Ich hab mich mal dezent zurück gehalten und das die Jungs machen lassen..
Oben angekommen hat dann erstmal ein Kea (ein Bergpapagei, den es nur hier gibt) unser Auto genauer unter die Lupe genommen..
Und auf gings ins Skivergnügen!
Wir hatten einen richtig coolen Skitag (auch wenn die meisten Pisten noch geschlossen waren, da das Skigebiet normal erst 14Tage später geöffnet wurde), den wir alle garantiert NIE vergessen werden!
Nach einigen Stunden auf den Brettern gings dann wieder die nette Straße den Berg runter. Der ein oder andere kleine Steinschlag hatte während unseres Skitags wohl ereignet..jedenfalls waren da Steine auf der Straße, die da morgens noch nicht waren..
Wieder klang der Abend mit leckerer selbstgemachter Pizza und ein paar DVDs gemütlich vor dem Kamin oder den Türen unseres Cottages aus.
Am nächsten Tag leider wieder die Meldung: Mt Hutt is closed. 140km/h wind..Na gut, also hieß es ausschlafen, in aller Ruhe das Cottage aufräumen und dann ab auf den Heimweg.
1.Station: Ski zurück geben. Das läuft hier in NZ folgendermaßen ab: man kommt in den Laden und die Ski und der Rest werden flüchtig begutachtet. Alles super, man wendet sich zum gehen.."Stop!" ruft dann der nette Mitarbeiter...wir drehen uns alle etwas verdutzt um..ja bitte? "naja, ihr konntet ja nur einen Tag Ski fahren..ich brauch dann nochmal eure Kreditkarten. Ihr kriegt doch noch Geld zurück." ja? wirklich? ernsthaft? ich glaube diese drei Wörter standen uns allen ins Gesicht geschrieben, als und vor Fassungslosigkeit alles aus dem Gesicht fiel.. :) Das nenn ich mal kundenfreundlich! Wir haben uns dann mit einer Kaffeerunde bei den Mitarbeitern des Geschäfts bedankt und haben uns weiterhin vollkommen perplex über so viel Freundlichkeit auf den Weg nach Christchurch gemacht.
2.Station: Auto waschen. Unsealed roads gehen an einem Auto nicht ganz spurlos vorrüber
Euer Skihaserl

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