Donnerstag, 26. Februar 2015

Vier Wochen auf Bewährung in Napier



Nachdem meine Masterarbeit fertig und abgegeben war und auch das CISV Camp erfolgreich abgeschlossen war (ich hoffe ihr habt es fleißig auf unserem Camp-Blog verfolgt), bin ich ein wenig in ein Loch gefallen…Was tun mit meiner Zeit? Nur den ganzen Tag in Christchurch im Haus sitzen und auf Antworten auf meine Bewerbungen warten? 

Das ist definitiv nichts für mich. Ich brauche Menschen um mich und eine Aufgabe. Also habe ich www.backpackerboard.co.nz ausgecheckt. Hier werden Jobs für Backpacker in ganz Neuseeland angeboten. Das Angebot „Tour guide writers wanted“ (Autoren für Reiseführer gesucht), klang interessant. Bei genauerem Hinsehen handelte es sich um ein Angebot vom historischen Gefängnis in Napier (Napier Historic Prison) auf der Nordinsel…Hm, ok. Laut Homepage sollte man für 18 Stunden Arbeit pro Woche freie Unterkunft in seiner eigenen Zelle erhalten. Außerdem steht eine Waschmaschine zur Verfügung und es gibt freies WLan. Tja, auch mal was anderes..wieso eigentlich nicht. Ich habe also dort angerufen und gesagt, dass ich Interesse am Schreiben der Reiseführer und der Arbeit an der Rezeption hätte. Nach kurzer Zeit hat mich Sarah (wie ich später erfahren habe, selbst ihres Zeichens Backpackerin und bereits seit 8 Monaten im Prison) zurück gerufen. Nach einem kurzen Telefonat war klar: wenn ich Lust habe, kann ich für vier Wochen nach Napier. Vier Wochen waren dabei die Idee, damit ich danach rechtzeitig zu Heikos Ankunft Anfang März wieder in Christchurch bin und mit ihm reisen kann. Gesagt getan. 

Nach etwas umständlicher Suche im Internet habe ich dann auch die günstigste Reisemöglichkeit nach Napier gefunden. Am 2. Februar ging‘s los: Flug nach Wellington, 5 Stunden Aufenthalt in der coolest little capital, dann weiter 5 Stunden mit dem Bus nach Napier. Ja, 12 Stunden Reise für rund 750 km (inkl. der Überquerung der Cook Strait von der Süd- zur Nordinsel). 
Meine Pause in Wellington habe ich gut genutzt und mir zuerst die Ausstellung zum 75jährigen Jubiläum von Air New Zealand anzuschauen. Danach habe ich mich noch mit Maria und Sally (zwei Freundinnen, die ich noch von meinem Master hier kenne) zum Mittagessen getroffen. Besonders das Treffen mit Maria und Sally war sehr schön. Und es hat mir gut getan zu sehen, dass auch sie ein wenig in der Luft hängen mit ihren Jobs und Plänen und ich nicht die einzige bin, die gerade versucht herauszufinden, was ich eigentlich mit meinem Leben anfangen will. (Nach ihren Erzählungen scheint das rund fünf Jahre nach dem Studium ein gängiges Phänomen zu sein..)

Nach weiteren fünf Stunden im Bus kam ich also in Napier an. Dankenswerter Weise hat mich Nelandra, ein weiterer Backpacker im Prison vom Bus abgeholt. Nach einem kurzen Supermarkt Stopp ging es dann auch direkt den Hügel hinauf zur 55 Coote Road. 

Die dicke Mauer, die das Gefängnis umgibt wurde erst
1906 erbaut, als königlicher Besuch aus England nach
kam und auch das Gefängnis in Augenschein nahm.

// The big wall was just build in 1906 when the crown
came to visit New Zealand and also came to visit the prison.
Und wie sich das für ein echtes Gefängnis gehört wurden wir auch erstmal von einer dicken und hohen Steinmauer empfangen. Nelandra wusste den Code für die Tür und so eröffnete sich mir die Welt des ältesten Gefängniskomplexes Neuseelands..Empfangen wird man direkt mit einem Zitat eines der ehemaligen Wärter: „Kia ora. In the interest of Public Safety you are hereby sentenced to do time at Napier Prison.“ (Herzlich Willkommen. Im Interesse der öffentlichen SIcherheit wurden sie hiermit verurteilt Zeit im Napier Gefängnis zu verbringen). Puh, Gott sei Dank gilt das für mich nur auf Bewährung und da ich den Türcode kenne, konnte ich jederzeit durch die große Mauer raus und auch wieder rein. 



Nach dem ich dann die ersten weiteren neuen „Kollegen“ Rachel und Rebecca aus Kanada kennen gelernt hatte, zeigten sie mir gleich meine Zelle. Nummer 17.Glücklicherweise hatte Sarah mir in einer ihrer Mails schon mitgeteilt, dass die Zellen wirklich nicht sonderlich groß sind und eben tatsächlich alte Zellen. Beim Blick in mein neues 2x2m Reich musste ich dann auch erstmal lachen und meinte zu Nelandra, dass es ja tatsächlich nur eine Einzelzelle sei. Witzig und merkwürdig zu gleich. Auf Grund meiner Reaktion bot er mir an, dass ich auch eine der Zellen im ehemaligen Frauentrakt haben könnte. In denen spukt es zwar, aber er könnte sie mir trotzdem gern zeigen…Hm, so richtig überzeugen konnte er mich nicht. Ich habe mir die Zellen zwar trotzdem angeschaut, aber sie waren wesentlich dunkler und gruseliger als meine Zelle Nummer 17 (im ehemaligen Trakt mit den Todeszellen..). Und für ein paar Wochen war es ja eigentlich auch ganz gemütlich.
Nachdem ich meine Sachen verstaut hatte, lernte ich die übrigen „Prisoner“ kennen: Ireka, Nelandras Frau (beide aus Sri Lanka), Rebecca und Rachel aus Kanada, Tim und Claudia aus Deutschland und Sarah aus den USA. In den nächsten Tagen folgten dann noch Keara und Rosín aus Großbritannien, Suba aus Singapur und Odile aus Frankreich. 

Die erste Nacht im Gefängnis war interessant. Meine Zelle ließ sich natürlich nur von außen abschließen. Ich hatte ein wenig Sorgen, dass mir als „Neuankömmling“ evtl. ein Streich gespielt werden könnte, dem war aber nicht so. Auch das Licht ließ sich nur von außen ein- und ausschalten. Da die erste Nacht etwas hart war, konnte ich mir am nächsten Tag eine zweite Matratze aus Claudias Zelle mopsen, die sie nicht brauchte. Hach, es sind eben die kleinen Dinge, die das Leben groß machen. Auf einmal war meine Zelle richtig gemütlich. 

Bereits am nächsten Tag stand meine erste Schicht an. Rebecca erklärte mir morgens alles. Mein Job für die nächsten vier Wochen bestand also darin Besucher an der Tür zu begrüßen, Ihnen unsere Touroptionen (historisch oder Geister) zu erklären, das Geld entgegenzunehmen und dann die Abspielgeräte entsprechend zu programmieren und zu erklären. Um alle Infos über das Gefängnis zu erhalten können die Besucher eine selbstgeführte Audiotour mitmachen. Diese erzählt dann alles über die Geschichte oder eben die Geister, die hier im Gefängnis so spuken. Ein ungeschriebenes Gesetzt besagt, dass man, wenn man hier arbeitet, die Geistertour erst am letzten Abend macht. Die historische Tour durfte ich allerdings direkt an meinem ersten Tag machen. 

Das Gefängnis in Napier ist das älteste in Neuseeland. Es wurde 1862 eröffnet und erst 1993 geschlossen. Der heutige Zustand ist noch genauso wie 1993. Wenn man sich so umschaut glaubt man allerdings eher, dass man sich noch einige Jahrzehnte früher befindet. Es fällt schwer zu glauben, dass die Insassen 1993 noch unter solch einfachen Verhältnissen gelebt haben. Im Gefängnis wurden neben Kriminellen auch psychisch Kranke, sowie Einwanderer in Quarantäne aufgenommen. Es diente außerdem später als Treffpunkt für eine Selbsthilfegruppe der Anonymen Alkoholiker und war Schauplatz der TV-Serie „Redemption Hill“. In dieser Serie sollten sozialschwache Jugendliche durch einen Aufenthalt im Gefängnis wieder auf den „rechten Weg“ gebracht werden. 

Es gibt jede Menge Geschichten, wie beispielsweise von einem Gefangenen, der über sechs Jahre jeden Abend die Toilette in seiner Zelle auseinander genommen hat und durch das Loch in der Wand dann ausbrechen konnte. Der Legende nach ist er dann immer ins nahegelegene Fast-Food-Restaurant oder Pub gegangen und kam nachts wieder. Bei seiner Entlassung soll er den Wärtern von seinem Treiben berichtet haben. Zwar haben sie ihn zunächst nicht ernst genommen, im Nachhinein wurde aber dennoch das Loch in der Wand mit einer Metallplatte verschlossen. Im Rahmen der Tour erfährt man auch jede Menge über die Hinrichtungen, die hier stattgefunden haben. Den „Hanging Yard“ kann man genauso besichtigen wie den kleinen Friedhof. Hier sollen die Hingerichteten dann im stehen begraben worden sein, damit ihre Seelen nicht zur Ruhe kommen und sie ihre Strafe auch über ihren Tod hinaus verbüßen.
Und viele Geister dieser finsteren Gestalten sollen auch heute noch durch das Gefängnis spuken. Ich habe Gott sei Dank keine Bekanntschaft mit den Geistern gemacht. Einige der anderen, die zur gleichen Zeit wie ich dort waren, haben allerdings sehr wohl von unheimlichen Geschehnissen berichtet. In meinen wenigen Wochen hatte ich auch einige Besucher, die mir Bilder von vermeintlichen Geistern gezeigt haben, die sie während ihres Besuchs gesehen haben.

Am Freitag den 13. Februar sind dann alle Geister in Form von verkleideten Menschen zum Leben erwacht. Einmal im Monat bietet das Prison „Scary Tours“ an. Ziel ist es den Besuchern einen gehörigen Schrecken einzujagen. Die Gruppe extra beauftragter „Scarer“ drapiert sich also mit viel Filmblut, irrem Blick, weißer Schminke und gruseligen Kostümen und sorgt dafür, dass die Besucher auch wirklich jede einzelne Geistergeschichte glauben…Ich war an dem Abend lieber mit Suba im Kino. Als wir wieder kamen war eine Gruppe immer noch unterwegs und die Schreie der erschrockenen Besucher waren nicht zu überhören…Gruselig..so oder so..

Neben meiner Arbeit an der Rezeption, habe ich außerdem an zwei Tourbeschreibungen für Athen und Istanbul gearbeitet. Erstmal habe ich sie Korrektur gelesen und zum Schluss durfte ich sie dann auch aufnehmen. Claudia war zusammen mit mir im Aufnahmestudio und wir haben uns gefühlt wie Modern Talking 2.0….nur besser ;) Die Touren werden an Kreuzfahrtschiffe verkauft und die Passagiere können dann bei ihrem Landgang der Audiotour durch die Stadt folgen. In Athen und Istanbul haben sie dabei meine Stimme im Ohr :)

Da ich zwischendurch eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch in Kaikoura bekommen habe, musste ich meinen Aufenthalt im Gefängnis um eine Woche verkürzen und wurde auf Grund guter Führung am 23.2. wieder entlassen :)
 
Auch wenn die Regeln im Prison ein wenig gewöhnungsbedürftig waren (duschen und Wäsche waschen nur außerhalb der Öffnungszeiten [also vor 9 Uhr und nach 18 Uhr]; an Tagen mit Kreuzfahrtschiffen in der Stadt mussten wir unsere gestreiften Westen (unsere „work uniform“) auch tragen, wenn wir gar nicht im Dienst waren), hatte ich drei interessante und spaßige Wochen im Gefängnis. Es hat mir gut getan wieder unter Leute zu kommen und von ihren Plänen und bisherigen Werdegängen zu hören. Es war gut, dass ich meine „Comfortzone“ in Christchurch [für die ich unglaublich dankbar bin] für eine Weile verlassen habe und Neuseeland wieder zu meinem Abenteuer gemacht habe. 

Und wer kann schon von sich behaupten mal wirklich eine Weile in einer Gefängniszelle gewohnt zu haben!? :) 

Eure Jule

Und hier noch ein paar Eindrücke von meinem zu Hause auf Zeit.
//Here are a few pics from my temporary home. (English version of the post coming after the pics!!)



Bei schönem Wetter ist der Innenhof ein recht
schöner Ort für ein sonniges Frühstück.

//On a sunny day the exercise yard is a nice place for a sunny breakfast.








Die Käfige waren der Außenbereich für Häftlinge in Einzelhaft.
//The cages were the outside area for inmates who were separated from others
.

 
Auf der rechten Seite sieht man die Gebäude in denen die Häftlinge bei ihrer Aufnahme gewogen und vermessen wurden. Die Gebäude enthalten auch zwei Einzelzellen für Insassen mit psychischen Problemen.
// The buildings on the right were used to weigh and measure the inmates upon arrival. They also have two cells for people who were brought here because of psychological problems.






Die Duschen im oberen Bild waren urpsrünglich die einzig verfügbaren. Nach einem Protest von Häftlingen wurden die Duschen in den beiden unteren Bildern installiert. Im Übrigen auch die Duschen für uns, die dort gewohnt und gearbeitet haben....Wie man sieht relativ "Open air"..gut also, dass ich im Sommer hier war.
// On the top picture you can see the original showers. The two other showers on the remaining pictures were installed after a protest of inmates. They are the showers for the staff, too by the way. As you can see they are slightly "outdoor" and I am happy I was there during summer!

 

Das obere Bild zeigt den Hinrichtungsplatz. Im unteren Bild ist der kleine Friedhof zu sehen.
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The top picture shows the Hanging Yard. In the bottom picture you can see the graveyard.

 
Einblick in eine der übrigen Zellen. Die Malereien auf dem Bett finden sich auf vielen der Betten und zeigen viele Bandennamen und -symbole.
// A view into one of the other cells. The drawings on the bed can be found on many other beds, too. They usually show gang names and symbols.

Blick in das Zimmer eines Wärters. Das zersprungene Glas soll durch einen Insassen verursacht worden sein, der mit dem Kopf gegen die Scheibe geschlagen ist.
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View into a warden's room. The broken glass comes from an inmate who smashed the window with his head.

Der Garten wurde von den Teilnehmern der TV-Serie "Redemption Hill" angelegt.
// The garden was made by participants of the TV series "Redemption Hill".

Basil, die Geisterkatze. Angeblich weiß niemand wo sie herkommt und wie alt sie ist. Außerdem soll sie immer in der Nähe sein, wenn jemand einen Geist sieht. Sie ist nach einem ehemaligen Insassen benannt. der, genau wie Basil, nur einen halben Schnurrbart hatte.
// Basil, the ghost cat. Appartently no one knows where she came from and how old she is. People also say that she always appears when someone encounters a ghost. Basil is named after a former inmate who, just like Basil, only had half a moustache.

 



Das Prison ist der einzige Ort in der Region, in dem man noch die Effekte des Erdbebens sehen kann, das 1931 ganz Napier in Schutt und Asche gelegt hat. Im "Earthquake Hallway" sieht man, dass der Boden völlig uneben ist und die Wände schief.
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The prison is the only place in the region where you can still see the effects of the devastating 1931 earthquake that destroyed Napier. In the "Earthquake Hallway" you can see how uneven the floor is and how crooked the walls are.

 

Da ich über die Karnvealszeit in Napier war und in Claudia eine weitere Jecke gefunden habe, haben wir an Altweiber-Donnerstag die wohl erste Gefängnis-Karnevalsparty Neuseelands gefeiert.
// As I was in Napier for Carnival, and found another Carnival lover in Claudia, we celebrated potentially the first ever New Zealand Prison-Carnival Party.

 

Four weeks on parole in Napier

After I was done with my master thesis and the CISV camp was a huge success, I fell into a little whole…What should I do with my time? Just sit at home and wait for replies to my applications? That’s not the type of person I am. I need people around me and I need something to do. So I checked out backpackerboard.co.nz. It’s a job portal for backpacker jobs all around the country.
The ad about “tour guide writers wanted” sparked my interest. Giving it a closer look it turned out to be an ad from the Napier Historic Prison on the North Island…hm, ok.. according to the homepage you would get free accommodation in your very own cell in return for 18 hours of work per week. Very important for backpackers: laundry facilities and free Wifi were also available. I gave them a call and said I would be interested in writing tour guides and working at the reception. Just a few hours later Sarah (as I would find out later, a backpacker herself living in the prison for 8 months already) called me back. After a short chat everything was sorted: I was going to Napier for four weeks. I chose four weeks as that gave me the chance to be back in time for Heiko’s arrival in New Zealand at the beginning of March. No sooner said than done! After a bit of research, I found a cheap way to get to Napier. 

On February 2nd I started my travel: a flight to Wellington, five hours layover in the coolest little capital and another five hours of travel on the bus to Napier. Yes, 12 hours of travel for 750km (including the crossing of Cook Strait from the South to the North Island). I used my layover in Wellington to visit the exhibition celebrating the 75th anniversary of Air New Zealand at Te Papa. After this I also met up with Maria and Sally for lunch. Maria and Sally are friends who I met during my studies in Wellington. Especially the lunch with them was very nice. It was good to hear about their lives, plans and struggles at the moment to see that I am not the only one who is trying to find out what I want my life to look like. (From all we talked about it seems to be a common phenomenon roughly five years after studying and the first few years of work experience.)

After another five hours on the bus, I arrived in Napier. Luckily Nelandra, another backpacker at the prison, was able to pick me up from the bus stop. After a short stop at the super market we went up the hill to 55 Coote Road, my new temporary home. 

As you would expect from a real prison, we were welcomed by a big and high stone wall. Nelandra new the code for the door and a whole new wor ld opened up for me. The world of New Zealand’s oldest prison. The first thing you see is a quote from a former warden: “Kia ora. In the interest of Public Safety you are hereby sentenced to do time at Napier Prison.“ Phew, luckily I am just on probation and know the door code. This way I can get out and back in again. 

Rebecca and Rachel, two more new “colleagues” showed me my cell: number 17 (in the former death row). Luckily Sarah had told me in one of her emails that the cell are really just cells and I shouldn’t expect too much. When the door opened and after the first sneak peek into my new 2x2 meter home, I couldn’t help but laugh and say something like “wow, it is really just a single cell” :D Funny and strange at the same time. Due to my reaction Nelandra told me I could also have one of the cells in the former women’s wing..they are a little bigger but they are haunted. Hm, not really convincing.. I had a look anyway but decided quickly that number 17 is not a bad choice and actually quite cosy. The other cells were a little bigger but pretty dark and somehow scary. 

After I moved into my cell I got to know my fellow “prisoners”: Ireka, Nealandra’s wife (both from Sri Lanka), Rebecca and Rachel from Canada, Tim and Claudia from Germany and Sarah from the USA. In the coming days and weeks also Keara and Rosín from the UK, Suba form Singapore and Odile from France arrived. 

The first night at the prison was interesting. My cell could only be locked from outside and I was a little scared that the others would prank the “newbie” and lock me in. I could also only turn the light on and off from the outside. As the first night was a bit hard, I borrowed a mattress from Claudia’s cell which she didn’t need. It’s the small things that make life big…suddenly my cell was pretty comfortable and cosy. 

The next day started with my first shift at the office. Rebecca explained everything. My job was to greet visitors at the door, explain the two tour options (historic and ghost), take the payment and program and explain the audio devices. To get all the information about the prison, visitors can take a self-guided audio tour through the complex. This tour tells everything about the history or the ghosts at the prison. There is an unwritten rule amongst the staff that you only do the ghost tour on your very last night. So it was time for me to do the historic tour. 

Napier Prison is the oldest prison in New Zealand. It was opened in 1862 and closed only in 1993. It is still in the same condition as it was in 1993. However you would think you travel a few decades further back in time, given the relatively primitive conditions the inmates lived in. The prison has had many former uses besides housing criminals, such as a psychiatric unit, a lighthouse, a meeting venue for Alcoholics Anonynous and a set for the television series “Redemption Hill”. In this series a bunch of troubled teenagers were taken to prison to show them what their life might look like if they don’t get back on track. We even had one of the girls visiting the prison while I was there. Although I didn’t talk to her, she told us that the series really helped her to her life sorted again. 

There are a whole bunch of stories about inmates in the prison. One of them is about a guy who was able to take the toilet in his cell apart and escape through a hole in the wall behind it. For about six years he did that every night. He went to the close by fast-food restaurant or pub and returned later during the night. When he was released he told the wardens about his nightly trips. At first they just laughed and didn’t really take him serious. However they decided to check the cell and put a metal board in front of the hole in the wall.
Part of the tour is also the hanging yard and the graveyard next to it. Legend says that the bodies were buried standing up to prevent their souls from resting to extend their sentence beyond the grave. No wonder many of the ghosts of those inmates are still supposed to walk the corridors of the Napier Prison. Luckily they left me alone. However some of the people living there with me told stories about paranormal things happening while they were there. Although I was just there for a few weeks, I also had a few visitors showing me pictures of shadowy shapes they saw in some of the cells during their visit. 

On Friday, February 13th all those ghosts came to life. Once a month the prison offers “Scary Tours” in which they try to scare visitors as much as possible. We had “scarers” coming in covering themselves in white paint, fake blood and scary costumes. They are hiding in the cells and corridors and make the visitors believe in every single ghost story told along the tour….Suba and I decided to escape the scary night and went to the cinema instead. When we came back there was still a tour going and the screams of scared visitors were to be heard all over the prison….scary…one way or another.

Besides my reception work, I was also working on two audio tours about Athens and Istanbul. I had to proofread them first and then also recorded them. In the recording studio Claudia and I felt like Modern Talking 2.0 …just better J The tours are sold to cruise ships. The passengers can buy them and go on an audio tour through the city. In Athens and Istanbul they will do that with my voice in their ears :)

As I received an invitation to an interview in Kaikoura, I had to cut my time in Napier a week short and was released on February 23rd, due to good conduct :)

Even though some of the rules in prison were a bit different (no showering or laundry during the opening hours (between 9am and 6pm), and we had to wear our black and white striped uniform all day on cruise ship days even if we weren’t working) I had three interesting and fun weeks in prison.
It was good for me to be among people again and to hear about their plans and lives. It was the right thing to get out of my very comfortable comfort zone in Christchurch [for which I am more than thankful!] for a while and make New Zealand my personal adventure again.

And who can say they lived in a prison cell for a while?! 

Kia Ora, Jule

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Frohe Weihnachten!

Und wieder mal kommt Weihnachten völlig unerwartet und plötzlich ;) ...Ich hoffe ihr habt alle Geschenke zusammen und könnt Euch entspannt neben den Weihnachtsbaum setzen.

Ich werde in diesem Jahr völlig andere Weihnachten verbringen als sonst zu Hause. Völlig anders? Naja, vielleicht nicht so ganz. In den letzten Wochen ging es hier vorweihnachtlich hoch her...Eigentlich genau wie bei uns in Deutschland auch. Weihnachtsdeko an jeder Ecke, Weihnachtsmusik und BandAid 30 bis zum abwinken, und volle Einkaufszentren überall.
Auch hier wird geplant wer, wann bei wem vorbei kommt und es gibt, wie bei uns auch: VIEL zu Essen! Und auch hier in Neuseeland geht es an Weihnachten um die Familie und um Geschenke. 

Trotzdem fühlt es sich einfach nicht wirklich wie Weihnachten an. Warum? Die Jahreszeit - SOMMER. Der Adventskalender wird im Kühlschrank aufbewahrt, Glühwein schmeckt im Moment einfach nicht und das Plätzchen backen muss man schonmal um nen Tag verschieben, wenn plötzlich 27 Grad gemeldet sind.
Christian und ich haben unsere Weihnachtsbäckerei also um einen Tag verschoben. Das Wetter hat dann dankenswerter Weise auch mitgespielt und bei Regen und 15 Grad kommt dann doch fast sowas wie Weihnachtsstimmung auf..

Mein aller erster Stollen :) Und er war verdammt lecker!

"In der Weihnachtsbäckerei..gibt es manche Leckerei..." *sing*

Weihnachtsmärkte gibt es hier nicht. Aber dafür "Christmas in the Park": eine interessante Veranstaltung, bei der die ersten 15 Minuten von einem Kinderchor Weihnachtslieder gesungen werden und danach regionale Künstler ihre Hits zum Besten geben. Natürlich darf auch ein Auftritt des Weihnachtsmanns nicht fehlen, der ebenfalls ordentlich die Bühne rockt. Also im Großen und Ganzen ein Open-Air-Konzert für die ganze Familie mit Weihnachtsbaum.
Ich konnte nicht widerstehen und musst natürlich eine Nikolausmütze kaufen :)

Christmas in the Park: Familien Open-Air mit Weihnachtsbaum und Santa Claus


In den Einkaufszentren schallen, wie bei uns auch, Weihnachtslieder durch die Gänge. Hin und wieder aber unterbrochen von live Auftritten örtlicher Schulen. Caleb hat in der Mall hier um die Ecke gesungen. Natürlich war ich als Fan mit von der Partie :)

 Der Weihnachtsbaum ist hier so ein Thema...Ab dem 01.12. wird offiziell dekoriert. Das heißt auch, dass ab diesem Tag der Baum gestellt wird. Zwar gibt es auch echte Bäume zu kaufen, die meisten Kiwis greifen aber auf die ewig halbare Plastik-Version zurück. Bei uns hier im Haus gab's dieses Jahr mal was sehr futuritsiches :)
Man mag davon halten was man will, aber eines wird deutlich. Auch hier in Neuseeland geht es um die Geschenke unter dem Baum :) Ein bißchen gemein, dass sie da so lange vor einem liegen und man einfach nicht weiß was drin ist. Caleb hat entsprechend einige Theorien aufgestellt :)
Ach ja, und die Geschenke gibt es hier am "Christmas Day", also am 25.12. den Heiligabend, der bei uns ja der Beginn des Ganzen ist, ist hier eher wie bei uns der 23.12. hektisch, letzte Panik-Weihnachtskäufe und irgendwer steht in der Küche und bereitet vor.

Ich werde mich heute Abend (Heiligabend) gemeinsam mit Michelle auf den Weg zu einer anglikanischen Kirche machen. Michelle kennt den Pfarrer und wurde gefragt, ob sie eine Lesung übernehmen würde. Vor zwei Jahren waren Heiko und ich ebenfalls in der Kirche...Interessante Erfahrung: Mitternachtsmesse inkl. Ansage der Notausgänge im Falle eines Erdbebens und die Garderobe mit Shorts und Flip-Flops eher sommerlich-lässig. Trotz allem sorgen die gesungenen Weihnachtslieder ein bißchen für besinnliche Stimmung. Für mich ist der Besuch des Gottesdienstes vor allem ein irgenwie festlicher Beginn der Weihnachtsfeiertage und gehört einfach irgendwie dazu.

Am 25.12. beginnt der Tag dann hier zunächst mit einem Familienfrühstück, zu dem auch Michelles Eltern kommen. Zum Mittagessen geht es dann zu Jasons Familie und abends ist "Open House" bei Freunden. Ein bißchen wie "Glühwein uff de Gass" ;)

Am 26.12. gehts für mich dann ins Camp. Als internationaler Staff betreue ich ein CISV Step Up Camp. Delegationen aus 9 Ländern kommen nach Christchurch, um hier gemeinsam drei spannende und ereignisreiche WOchen zu verbringen. Wenn ihr dazu mehr erfahren wollt schaut in den nächsten Wochen mal hier https://chchstepup.wordpress.com/ vorbei. Das ist der Blog zum Camp, den ich ebenfalls schreibe :)

Ich wünsche Euch allen wunderschöne Weihnachten! Genießt ein paar schöne, hoffentlich friedliche und entspannte Tage mit Euren Lieben nah und fern und

Eure Jule



Englisch Version:

It happened again..as every year, Christmas suddenly happened and it came out of nowhere ;) .. I hope you got all your presents and can sit relaxed next to the tree.

My Christmas this year will be completely different. Completely different? WEll, maybe not completely. In the last couple of weeks the Christmas spirit was everywhere...just like in Germany. Christmas decoration in every corner, Christmas music and BandAid30 till the cow comes home [side note..I just learned this expression and I love it ;) ] and crowded malls everywhere.
Just like at home everyone plans who comes to see who and when and there is HEAPS of food involved. And here as well it's all about family and presents.

It still doesn't feel like Christmas though. Why? The season - it's summer! The advent-calender is stored in the fridge, mulled wine just doesn't taste as good at the moment and the Christmas baking has to be postponed if the forecast suddenly predicts 27degrees for the day. So Christian and I posponed out baking session for one day and with 15 degrees and rain, it was perfect and it almost really felt a bit like Christmas back home :) [I made my very fist Stollen and it was delicious!!]


 There are no Christmas markets here. But we have "Christmas in the Park": an interesting event at which the first 15minutes are Christmas carols sung by the local kids choir. After this it's local artists singing their songs and covering all sorts of pop music. Of course a special guest cannot be missed: Santa Claus...and yeah, he rocked that stage...literally. So generally speaking: a big open air concert for the whole family with a Christmas tree.

The malls are full of Christmas songs. Every now and then interrupted by live performances of the local schools. Caleb had his performance in the mall around the corner, so of course I went around and listened.



A special topic around here: the tree. From December 1st it is officially ok to decorate your house. THis also means you can put up your Christmas tree. Although you can buy real trees, most kiwis stick to the everlasting plastic version. At our house the tree this year is rather futuristic (and multi-functional..with the blossoms it can easily also be used for Easter ;))
You can like the tree or not, the picture shows: it's all about the presents under the tree. Just like back home :) A little mean though, having those presents infront of you all the time not knowing what it is. Caleb hence came up with quite a few theories. But he has to wait one more day. The big day here is the 25th December or "Christmas Day". Christmas eve, the 24th is basically what the 23rd is at home. it's hectic, used for some last minute Christmas shopping and someone is in the kitchen cooking the food for the neyt day.


Tonight, I will be going to an anglican church together with Michelle. She was asked to do a reading.  Two years ago I went to the church in Wellington with Heiko....an interesting experience: midnight mess including the announcement of the emergency exits in case of an earthquake. And the dress code was with jandals and shorts rather casual. Depsite all that, the Christmas chorals do add some festivity to Christmas and for me they just have to be a part of it.

On the 25th, the day starts with a family breakfast with Michelles parents. For lunch we are heading to Jasons family and in the evening it's an "open house" at a friends place. A bit like our tradition at home of having mulled wine with the whole neigbourhood on Christmas Eve.

On the 26th, I start my travel to another world...for three weeks I will be international staff at a CISV Step Up Camp. Delegations from 9 countries are coming to Christchurch to spend time together and learn about each other. If you would like to know more about this camp, follow our blog (also written by me) https://chchstepup.wordpress.com/.


I wish all of you some wonderful Christmas day with your loved ones near and far! Enjoy some hopefully peaceful and relaxing days!!

Eure Jule

Samstag, 6. Dezember 2014

Let's get personal...


Anstatt Reisebericht wird es heute mal ein bisschen persönlich. Am Wochenende ist es also soweit…die große 30 steht vor der Tür..Ja ich weiß, viele von Euch werden mich jetzt müde belächeln. Ihr dürft gern auf das kleine x in der rechten Ecke Eures Bildschirms klicken und ich lasse Euch wissen, wenn‘s den nächsten Reisebericht gibt ;) oder ihr lest weiter und lernt mich vielleicht noch ein bisschen besser kennen :) 

Ich habe mich selbst in den letzten Wochen immer wieder dabei erwischt, wie ich darüber grübele und rätsele ob sich mein Leben wohl mit 30 ändern wird. Naja, wenn ich mal die letzten Monate seit meiner Entscheidung nochmal nach Neuseeland zu gehen Revue passieren lasse, hat sich bereits seit August jede Menge verändert:


Ich hatte einen Job, der mir viel Spaß bereitet hat. Natürlich habe ich auch viel gemeckert..wer tut das nicht. Aber im Großen und Ganzen kann ich mit gutem Gewissen behaupten, dass ich das Glück hatte, dass mein erster Job direkt ein Volltreffer war und ich ihn mit großer Freude gemacht habe. Einziger Haken: Projektverträge..Außerdem habe ich im letzten Jahr keine wirkliche Chance für eine echte Weiterentwicklung gesehen. Ich gehöre zu der Gruppe von Leuten, die anderen die jammern gern den Ratschlag geben: hör auf zu meckern und änder was. Gesagt getan. Erste Veränderung: Nach Ende meines Vertrags tatsächlich meinen Job verlassen (und nicht ohne die ein oder andere Träne und weiterhin regelmäßigen WhatsApp-Updates vom Chef und Kollegen). 


Nächste Veränderung: Wohnung aufgeben und Bonn verlassen. Auf gar keinen Fall ein leichter Schritt. 
Als ich im Februar 2011 nach Bonn gezogen bin, hatte ich absolut keine Vorstellung von der Stadt..Die obligatorischen Schulbesuche im Bundestag, die meine Geschwister mitgemacht haben, gab‘s für mich nicht. Da war schon Berlin angesagt... Zwar kann ich mich noch an „Bericht aus Bonn“ erinnern, aber nur noch wage. 
Im Gegensatz zu Köln, Berlin, München oder Frankfurt, bei deren Nennung ich immerhin eine Skyline oder Sehenswürdigkeit vor Augen habe, war Bonn ein ziemlich weißer Fleck auf meiner persönlichen Deutschlandkarte. Das hat sich DEFINITIV geändert!!! Ich hatte 3,5 tolle Jahre in Bonn. Ich habe ohne weiteres und in null-Komma-nichts wunderbare Freunde gefunden und es ist mir sehr schwer gefallen mich zu verabschieden. Und am 11.11. und zu Karneval werde ich Bonn und meine Freunde dort noch ein bisschen mehr vermissen!
  
 Dritte Veränderung: Ich habe meinen Master of Business Administration beendet..naja, so gut wie..die Masterarbeit ist fertig und wird gerade Korrektur gelesen..
Vierte Veränderung: Ich habe ein Flugzeug bestiegen, bin 4 Wochen durch Mittelamerika gereist und mittlerweile seit gut einem Monat in Neuseeland. Was mich hier erwartet..Ehrlich gesagt: keine Ahnung.

Also, schon jede Menge Veränderungen bereits vor meinem neuen Lebensabschnitt..wenn es das denn ist..Ich nehme an, wenn ich am Sonntag aufwache werde ich mich (vielleicht abgesehen von einem potentiellen Kater auf Grund des ein oder anderen alkoholhaltigen Erfrischungsgetränk) nicht viel älter oder anders fühlen..

Wieso also plötzlich die viele Grübelei? Ändern kann ich es ja doch nicht. Ich glaube, dass es in diesem Fall keine Veränderung meinerseits ist, die mich nervös macht. Ich glaube es ist eher die Sorge, wie mich andere jetzt möglicherweise sehen. „Hm, Du bist 30..willst Du nicht langsam mal einen festen Job?“ Ja! „Willst Du nicht mal sesshaft werden?“ Doch! „Und eine Familie gründen?“ Doch, ja! Ich kann Euch beruhigen..ja, ich will das alles. Nur passen im Moment die Rahmenbedingungen leider einfach noch nicht..Alleine macht sesshaft werden keinen Spaß..und Familie gründen ist etwas schwierig..und das mit dem Job..tja, mal sehen. Wieso sollte ich also bis es soweit ist nicht mein Leben einfach trotzdem in vollen Zügen genießen? Ich musste vor einigen Jahren schmerzhaft erfahren, wie schnell das alles rum sein kann und lebe seit dem nach dem Motto: wie es kommen soll, kommt’s und ich mache das Beste draus, egal wie ES aussieht!! Also habe ich meine sieben Sachen (oder 20kg Reisetasche gepackt) und mich auf den Weg in ein neues Abenteuer gemacht, um noch einmal Zeit in einem Land zu verbringen, in dem ich mich sehr wohl gefühlt habe und das ich mit unglaublich guten Freunden verbinde. 

New Zealand Reuinon Nummer 5 in München.
Viele haben mir gesagt wie mutig sie meinen Schritt finden..und ich finde es gibt so viele Menschen, die so viel mutiger sind als ich. Ich bin in ein Land gegangen, dass ich kenne. Ich wohne bei meiner zweiten Familie, die mir den Start hier bereits jetzt so unfassbar leicht gemacht hat, dass ich gar nicht genug dafür danke sagen kann. Und ich bin in einem Land in dem die Devise „no worries“ nicht nur großgeschrieben sondern gelebt wird und es immer einen Weg gibt. Sagen wir einfach ich habe die Gelegenheit genutzt, die sich mir geboten hat. 

Ich werde das Wochenende also erst mal mit ordentlich feiern verbringen. Außerdem geht’s am Sonntag an den Strand. Ganz egal wie das Wetter ist. Ich habe immerhin sonst im Winter Geburtstag..und den Weihnachtsmarkt tausche ich in diesem Jahr mit Sommer und Strand ;) 

Und ab Montag geht es weiter mit der Devise: Wie es kommen soll, kommt’s. Und ich tue alles dafür, auch mit 30 ein verdammt glückliches (und gern hin und wieder auch verrücktes) Leben zu leben…so wie bisher..nur eben ein Jahr älter :) Bring it on 30!

Eure Jule









Let's get personal (english version)

Instead of a travel blog we are getting a little personal today..The weekend is around the corner and with it the big dirty 30 for me…Yes I know, a lot of you might mildly smile about me now. You are welcome to just click on that little x in the upper right corner of your screen (no idea how it works on a mac, sorry) and I’ll let you know when the next travel blog is up. Or you keep reading and might get to know me a little more. 

In the last few weeks I found myself thinking a lot about my birthday and the question if my life would change with 30. Well, looking back at the last few months since I made my decision to return to New Zealand, quite a few things have already changed.

I did have a job that I really enjoyed. Of course I was moaning…who isn’t really?! But generally speaking, I can happily say that I was lucky. My first job was a direct hit and I really enjoyed it. The only catch: temporary contracts..Also, I didn’t really see a chance for a professional development during the last year. I belong to the group of people who tell others that are moaning to stop complaining and change something. No sooner said than done! First change: After my contract finished I actually left my job (not without shedding a tear or two and still receiving regular updates by my boss and colleagues).

Next change: Giving up my apartment and leaving Bonn. Certainly not an easy step! When I arrived in Bonn in February 2011, I had absolutely no idea about the city. The obligatory school visits to the capital and government that my brothers went on, weren’t an option for me..by the time Berlin was already called for. I still remember the news show “Report from Bonn”, but only vaguely. If someone mentioned Cologne, Frankfurt, Berlin or Munich I immediately was able to picture the skyline or a landmark. Not so with Bonn. It was basically a white spot on my personal Germany map. This has DEFINITELY changed! I had 3,5 amazing years in Bonn. In no time I found wonderful friends and it was very hard to say goodbye and leave. I will miss them even more on 11.11. and carnival!!
Third change: I finished my MBA program. Well, almost..my thesis is done and is currently undergoing proof reading..

Fourth change: I boarded a plane, toured around Central America and am in New Zealand for about a month now. What to expect here..honestly: I have absolutely no clue. 

So quite a few changes even before the new chapter in my life…if it is a new chapter..I assume when I wake up on Sunday I won’t feel much older or different (maybe apart from the hang over caused by the one or the other alcoholic beverage)..
So why suddenly all the musing? I can’t really change the situation anyway. I think it is not so much changes for my part that I am nervous about. I think it is more the fear of how people might see me now. “Hm, you’re 30…don’t you want a permanent job?” Yes! „Don’t you want to settle down?“ Of course! „And start a family?“ Of course, yes! I can assure you: yes, I want all of that! But right now, the general conditions are unfortunately not right yet…settling down alone is just half the fun..starting a family is a little tricky alone…and the job…well, we’ll see. So why shouldn’t I just enjoy life to the full until the general conditions are right?! A few years ago I had to experience painfully how sudden life can be over. Ever since I live my life following the motto: What will happen, will happen and I make the best of whatever it is that happens. So I packed my belongings (or my 20kg bag) and started a new adventure to spend more time in a country that I felt very good in and that I associate with incredible friends.
Many of you told me how brave I am for making this move. I think there are so many people out there who are so much more courageous than I am. I moved to a country I know. I live with my second family, who made the start here for me so incredibly easy that I don’t know how to actually ever thank them for it. And I moved to a country where the slogan “no worries” isn’t just words but an attitude to life and there is always a way. Let’s just say I used an opportunity rather than being brave. 

I will definitely celebrate and party this weekend. I will spend Sunday at the beach. No matter what the weather will be like at least I finally have a summer birthday and can exchange Christmas market and Glühwein for summer and beach ;) 

And on Monday I keep living according to the motto: what will happen, will happen. And I make sure to do everything I can to live a damn good and happy (and sometimes a little crazy) live with 30…just like I did so far..just one year older J Bring it on 30!

One thing before we start the party: PLEASE, no happy birthday wishes before Sunday..It means bad luck in Germany and I really don't need that ;) 

Kia ore
Jule

Sonntag, 9. November 2014

Welcome back Neuseeland

Gut 1,5 Wochen bin ich nun wieder in Neuseeland. Zeit also für ein kurzes Update.
Die vier Wochen in Mittelamerika waren super. Angefangen von Maya Tempeln, schnorcheln am zweitgrößten Korallenriff der Erde umrundet von Ammenhaien, Rochen und Schildkröten, bishin zu einer traumhaft schönen Hochzeit von Claudia und Matt in Traumkulisse und anschließender Party mit Freunden. (Sobald meine Masterarbeit fertig ist, versuche ich eine ausführliche Reisebeschreibung inkl. Fotos zu posten.).

Kia Ora, welcome to Christchurch
Und dann ging es am 27.10. für 35 Stunden rund um den Globus...Vier Flugzeuge, dreimal umsteigen, vier Länder, vier Währungen und gefühlte drei Millionen Zeitzonen später hieß es dann: "Kia Ora, welcome to Christchurch". Die Landung in Christchurch war mit Abstand der schlimmste Teil der vielen Flugstunden...Immerhin hatten die Sturmböen vom Morgen ein wenig nachgelassen..trotzdem gab es doch ordentlich Turbulenzen und ein lautes "wow, that was a good one" ging dabei dreimal durchs ganze Flugzeug.
Bereits seit meiner Zwischenlandung in Auckland war das breite Grinsen in meinem Gesicht Programm und ich wäre beinahe durch die Zollkontrolle gehüpft. Vielleicht war es die pure Übermüdung, vielleicht aber auch die Tatsache, dass ich realisiert habe, dass mein Plan jetzt Gestalt annimmt: Ich bin wirklich zurück in Neuseeland.
Noch vor dem Gepäckband empfing mich dann Michelle in Christchurch mit dem gleichen Lächeln im Gesicht und einer herzlichen Umarmung. "Welcome back! It feels like you never left"
("Willkommen zurück! Es fühlt sich an, als wärst Du nie weg gewesen"). Ja, ich bin gelandet und es ist kein merkwürdiger Traum, den ich zusammengerollt auf zwei Flugzeugsitzen träume.

Der Willkommens-Korb voll mit originalen Kiwi-Goodies
Michelle, Jason und Caleb haben mich wie immer mit offenen Armen (und einem original Kiwi-Goodies-Welcome-Basket) empfangen und es ist schön wieder hier zu sein.

In den 1,5 Wochen, die ich nun wieder in Aotearoa bin ist sonst noch nicht viel passiert. Das liegt vor allem an meiner Masterarbeit..(Anmerkung der Redaktion: der letzte Teil eines Masterprogramms, dass sich von "sehr cool und super interessant" leider zum absoluten Albtraum entwickelt hat. Natürlich abgesehen von den Freundschaften, die sich gebildet haben. Sonst wäre ich womöglich allein durch Mittelamerika getourt ;) ) Diese ominöse Masterarbeit ist also gerade mein Hauptfokus. Und sie neigt sich Gott sei Dank dem Ende!!! (woohoo!) So langsam fällt mir nämlich sonst auch die Decke auf den Kopf.. (ja, das ist auch in Kiwi Paradise möglich ;) )
Sobald also die letzte Seite geschrieben ist, geht die Jobsuche los. Einen Nebenjob, der mich beschäftigt und für das nötige Kleingeld sorgt bis ich was Richtiges habe, habe ich bereits in Aussicht. Fingers crossed, wie man hier so schön sagt.

Wie ihr seht, geht es mir hier sehr gut und ich hoffe, dass in den kommenden Wochen ein wunderschöner, ereignisreicher und aufregender Kiwi-Sommer vor mir liegt.

Kia Ora,
Eure Jule


English Version :)
As I know that the English speaking audience for my blog has grown since I was here last time, I will try to also give you the updates in English..

For about 1.5 weeks I am back in New Zealand now. So it's time for a short update.
The four weeks in Central America were amazing. Starting from Mayan temple ruins, snorkling at the world second biggest coral reef surrounded by nurse sharks, rays and sea turtles, up to a phantastic dream like wedding of Claudia and Matt infront of a breath-taking scenery and the party with friends afterwards. (As soon as I finish my thesis, I will try to post a travel post with pictures.)

On Oct 27th it was time for another long-distance travel. 35 hours around the globe. After four planes, four countries, four currencies and what felt like 3 million time zones, I could hear the pilot say: "Kia ora, welcome to Christchurch". The landing in Christchurch was by far the worst part of all those hours on the plane. Although the gale force winds from the morning had died down a bit, we had major turbulences of which three lead to a major "wow, that was a good one"-sound by the whole plane.
It was already during the stopp-over in Auckland when my whole face turned into a big smile and I felt like I wanted to skip through the customs check. Maybe it was the pure overfatigue, but maybe it was the moment when I realised that my plan was actually turning into reality: I am back in New Zealand.
Just before making my way to the baggage claim in Christchurch, I was already welcomed by Michelle with a hug and a smile that was as big as mine. "Welcome back! It feels like you never left". Yes, I actually arrived and this is not a weird dream, dreamt being curled up on two seats on the plane.
As usual Michelle, Jason and Caleb welcomed me to their home with open arms (and a original Kiwi-Goodies-Welcome-Basket) and it feels great to be back.

In the last 1.5 weeks since I arrived to Aotearoa not much happened otherwise. This is mainly due to the Master thesis which I have to finish. (Editor's note: the thesis is the last part of a masters programm which unfortunately turned from "very cool and super interesting" into a real nightmare. Of course apart from the friends I found during the time. Maybe I would've toured through Central America alone otherwise.. ;) ) So my main focus at the moment is this thesis. And thank god, it's luckily coming to an end (woohoo!) as I slowly start developping a cabin fever (yep even in Kiwi Paradise that's possible)! 
As soon as the last page is done, the job hunt officially starts. Potentially I already have a part-time job that will keep me busy and the bank account relaxed until I have a proper job. Fingers crossed!

As you can see, I am doing fine and I hope that in the coming weeks I have a wonderful, eventful and exciting Kiwi summer ahead of me.

Kia Ora,
Jule

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Diagnose: Reisefieber



Es ist soweit, nach gut fünf Jahren geht wieder der Flieger und ich sitze drin. Ziel: Neuseeland. Wenn ich in den letzen Wochen und Monaten erzählt habe, dass ich ins Ausland gehe, haben die meisten gefragt wohin. Als sie Neuseeland gehört haben, kam aber meist ein wissendes Kopfnicken zurück…Ja, die Faszination hat mich nicht los gelassen. Nachdem ich vor zwei Jahren noch einmal für einige Wochen zum Urlaub am anderen Ende der Welt war stand fest: ich will nochmal hin und ich will dort arbeiten.
Der Plan ist nun also mit dem sogenannten „Working Holiday Visum“ (landläufig bekannt als Work & Travel) nach Kiwi Paradise zu fliegen und dort dann zu versuchen einen Job zu kriegen. Und mit Job meine ich eine Anstellung in meinem tatsächlichen Beruf. Ich möchte im Naturschutz oder Nachhaltigkeitsmanagement eines Unternehmens arbeiten und Auslandserfahrung sammeln.
Dazwischen liegen jetzt aber erst einmal noch vier Wochen Urlaub in Mexiko, Belize und Guatemala. Morgen Mittag geht der Flieger Richtung Cancun. Dort treffe ich mich mit meiner Kommilitonin und sehr guten Freundin Rosalyn und wir genießen für vier Wochen mit einer geführten Kleingruppenreise die Strände, Maya Ruinen, Tiere und Pflanzen Mittelamerikas.
Ende Oktober sind wir dann bei der Hochzeit einer Guatemaltekin eingeladen. Wir kennen uns aus dem CISV Sommercamp, an dem ich im Dezember 2008 mit einer deutschen Delegation teilgenommen habe. Ich werde hier auch einige andere CISV Gesichter wieder treffen und freue mich sehr darauf nach fünf Jahren mit allen Claudias großen Tag zu feiern.
Nach der Hochzeit geht es dann über El Salvador, LA und Auckland nach Christchurch zu Michelle und ihrer Familie. Dort werde ich die erste Zeit unterkommen, während ich meine Masterarbeit beende und nach einem Job Ausschau halte.
Ein Jahr lang habe ich Zeit noch einmal meinen großen Traum zu leben und ich freue mich wahnsinnig darauf. Der Abschied fühlt sich dieses Mal anders an..vor fünf Jahren war ich nicht wirklich nervös, weil durch die Uni irgendwie alles organisiert war. Diesmal hängt alles von meinem Engagement ab..bekommen ich einen Job? Wenn ja, wo und wann? Alles offen…
Dafür war vor fünf Jahren der Abschied von Freunden und Familie schwerer. Dieses Mal weiß ich, dass der Kontakt nicht abreißt und ihr genauso an meinem Leben teilhaben werdet, wie ich an Eurem..nur eben nicht aus Bonn, sondern aus Neuseeland.

Ein Spruch von Hans Christian Andersen hat mich die letzten Wochen begleitet:

“To move, to breathe, to fly, to float,
To gain all while you give,
To roam the roads of lands remote,
To travel is to live."

In diesem Sinne stürze ich mich also mal wieder voll ins Leben! Ihr dürft gespannt sein was mich erwartet…ich bin es auch! ;)

Eure Jule

Samstag, 22. Dezember 2012

Reunion, reunion, reunion

Tja, was soll ich sagen..die letzten Tage waren gepraegt von Reunions...Ich habe in Taupo eine Freundin besucht und bin dabei im Pub zufaellig einer anderen Freundin ueber den Weg gelaufen, die mit mir vor 3 Jahren im selben Wohnheim gewohnt hat...ich glaube unsere ueberraschten Gesichter waren fuer alle priceless, wie man hier so schoen sagt...
Mittlerweile sind wir nach einem Abstecher nach Napier und einer Traktortour zu den Gannets dort in Paraparaumu angekommen. Nur ca. 30 Minuten noch bis Wellington. Allerdings gehts morgen hier erst nochmal nach Kapiti Island. Einer Insel ca. 10 Min Farhrfahrt entfernt, die komplett von eingeschleppten Tieren befreit wurde und somit ein tolles Naturschutzgebiet fuer einheimische Voegel sein soll. Ich wollte dort schon vor 3 Jahren hin und morgen wird es dann endlich was, wenn das Wetter mitspielt.
Bisher haben wir damit mehr als Glueck und arbeiten fleissig an unserer Sommerbraeune :) (ja, ein bisschen neidisch duerft ihr ruhig werden). Bei durchschnittlich 25Grad und strahlend blauem Himmel funktioniert das hier ganz gut.
Morgen Abend steht dann der kurze Weg nach Wellignton an und ich bin wieder in meiner geliebten coolest little Capital :) :) :) Ich freue mich wahnsinnig drauf meiner Familie die Stadt zu zeigen in der ich mich so wahnsinnig wohl gefuehlt habe. Ausserdem steht viel auf dem Programm...Hoffe ich kann all das Essen, was mir alle Freunde aufgetragen haben... Fidels, jede Menge Kaffee, Fish'n'Chips...und zwischendurch natuerlich das Sight seeing...DAs wird mal ein ganz anderes Weihnachten.

Ich wuensche von hier aus schonmal allen Frohe Weihnachten!! Feiert schoen und geniesst die Zeit mit Euren Liebsten! Weisse Weihnachten scheinen ja wohl bei den meisten nicht in Sicht, von daher wuensch ich Euch einfach allen, dass wenigstens der Regen stoppt...

Kia Ora aus der Sonne!!

Eure Jule

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Welcome back in New Zealand

So, gut zwei Jahre ist es her, seit ich den letzten Eintrag verfasst habe...und jetzt hat es mich wieder nach Neuseeland verschlagen. Diesmal fuer nicht ganz so lang... 5 Wochen Urlaub sind angesagt, weit weg vom deutschen Winter. Und auf speziellen Wunsch gibts hier hin und wieder mal ein Update. Leider diesmal aber ohne Bilder, da ich die in den Hostels ueber die PCs hier nur mehr als schwer hochladen kann. Wer Bilder sehen will laedt mich einfach ein, wenn ich wieder da bin ;)

Seit 10 Tagen reise ich also gemeinsam mit meinem Bruder durch Kiwi Paradise...und was soll ich sagen, es ist genauso grossartig wie letztes Mal.

Gestartet sind wir in Auckland, wo wir uns erstmal ein bisschen an die Sonne und den Linksverkehr gewoehnt haben. Von dort gings mit dem Mietwagen weiter einmal rund um die Coromandel Peninsula. Das war ein besonderer Wunsch von mir, da hier im Dezember die Pohutukawa trees bluehen. Auch bekannt als New Zealand Christmas Trees. Die knallroten Blueten machen sich einfach gut im Kontrast zum strahlend blauen Himmel und zum Meer. ;)

Nach einem Abstecher zur Cathedral Cove (diesmal war der Felsbogen offen und man konnte durchlaufen) gings nach Rotorua weiter. Geysiere, heisse Quellen und der Schwefelgeruch in der ganzen Stadt haben sich nicht veraendert. Nur hatte ich letztes Mal das GEfuehl, dass hier wesentlich mehr los war...naja, das waren damals aber wohl auch nur wir, die da gefeiert haben :D

Mittlerweile sind wir in Taupo angekommen. Hier gabs Marburg-NZ-Reunion Nummer 748957. Ich habe Siliva wieder getroffen, mit der ich in Marburg studiert habe und die mittlerweile hier lebt.
Leider spielt das Wetter hier gerade nicht so mit, so dass wir auf Sonne warten um dann nochmal einen Trip in den Tongariro National Park zu machen und uns die Vulkane anzuschauen.

Ich fuehle mich hier in Neuseeland wieder mehr als pudelwohl und geniesse die Zeit sehr. Ganz besonders freue ich mich natuerlich dann auf Silvester in Christchurch, wenn ich meine Kiwi-Familie wieder sehe :) :)

Soweit erstmal Kia Ora!
Eure Jule