Montag, 19. Oktober 2009

Semesterendspurt und Unterkunft in Wellington

Hallöchen!

ICh dachte ich melde mich mal eben wieder kurz mit den neuesten News von der Südhalbkugel.

Ich habe am Freitag die Zusage bekommen, dass ich nächstes Jahr wieder im Stafford House in Wellington wohnen kann. Ich hoffe ihr habt die Adresse noch nicht weggeschmissen ;)

Ansonsten gehts jetzt hier in Sydney auf in den Semesterendspurt. Das heißt noch zwei Essays fertig machen (1x 3000 und 1x 6000 Wörter), eine Präsentation über mein Wildpferde-Essay und dann noch zwei Klausuren..
Am 13. November ist es dann geschafft! Juchee..ich hoffe auf gutes WEtter an dem Tag, damit ich einfach nur am Strand relaxen kann, bis ich mich dann abends auf den WEg zum Flughafen begebe um Mama und Papa abzuholen. Ich freue mich shcon sehr, dass ihr kommt! Wenn ich euch dann in aller Ruhe in eurem Zimmer abgeliefert und wir meine Überraschung aufgemacht haben werde ich mich dann wahrscheinlich nochmal auf den Weg in die Stadt begeben und irgendwo das Semesterende feiern. (Ich hoffe ihr wollt am nächsten Tag nicht ZU früh los zum Sight-Seeing ;) )

Tja, das soweit mal eben aus Sydney. Ich gehe jetzt die typischen Montag-Abend-MUffins essen ;)

Melde mich ab in den Endspurt!

Eure Jule

Dienstag, 6. Oktober 2009

Far, far away in western New South Wales

Ach herrje, jetzt hab ich mir ja doch ganz schön Zeit gelassen mit meinem Bericht von meiner Exkursion ins Outback. Sorry..das wird hiermir nachgeholt.

Am 5.September gings los. Um 7Uhr versammelte sich der komplette "Life in arid lands"-Kurs, noch einigermaßen verschlafen, am Bahnhof in Sydney. Und los ging die 17stündige Anreise...7 Stunden Zug, 8 Stunden Bus und 2 Stunden Kleinbus von der Uni.
Im Zug hatten Sally und ich die erste hysterische Attacke, da wir unsere ersten echten Käguruhs gesehen haben :D Ja, nur kurz und aus dem Zug, aber immerhin :)
Nun ja, nachdem wir dann um 1 Uhr nachts nach unzähligen Vollbremsungen und fast überfahrenen Känguruhs in Fowlers Gap angekommen waren, wurden erstmal die Schlafsäcke ausgepackt und geschlafen.
Fowlers Gap ist die Forschungsstation der Uni, die sich mit der Erforschung der ariden (sprich trockenen) Zone beschäftigt.

Tja, und am nächstem Morgen zeigte sich dann, wo wir da eigentlich gelandet waren: mitten im Nichts :D Welcome to Fowlers Gap, arid lands research stationVoila, der Schlafsaal

2 Stunden entfernt vom nächsten Ort Broken Hill. Und ich weiß es klingt vielleicht ein bißchen merkwürdig, aber dieses mitten im Nichts, bestehend aus rotem Sand, Känguruhs, Schafen und Ziegen war der Hammer! Man klettert auf einen Hügel und sieht rund herum einfach wirklich nur Wüste..Großartig!
Naja, wir waren ja nicht zum Spaß da und los ging die Arbeit für die Uni. Ready for the work in the desert!

Erstmal hatten wir drei verschieden Pracs (also Praktika). 1. Wirbeltierfallen inkl. den dazugehörigen kleinen Leitzäunen aufstellen. (Die Tierchen laufen dann in der Theorie an diesem mini-Zaun entlang und fallen am Ende in eine Röhre, in der sie dann sitzen bis man die Fallen am nächsten Tag kontrolliert. Wie gesagt, in der Theorie. In der Praxis fängt man vorallem Ameisen...) Naja, Spaß gemacht hats trotzdem.
Go team! Die erste Falle steht!

The team proudly presents: die zweite Falle!

Beim Öffnen der Röhren zum aufstellen der Fallen gabs eine nette kleine Überraschug in FOrm dieses Geckos :)
Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, viele kleine Dinge tun....Fangen sie trotzdem nur Ameisen :D
Hydration-break ;) Immer schön genug Wasser trinken, wichtig in der Wüste! :)

2. Prac: Wasservögel beobachten. Ja, richtig gelesen. Wasservögel beobachten in der Wüste :D Klingt komisch, ist aber so ;) Schön fleißig beobachten :)
Man fährt in einem Jeep mit 12Leuten von Wasserloch zu Wasserloch, setzt sich dort ne halbe Stunde hin und guckt, was man sieht. (Leider wusste unser Betreuer nicht so 100%ig die Abkürzung von einem Wasserloch zum andern und so gabs dann noch ne kostelose 4-Wheel-Drive-Safari dazu :) ) Der Jeep, oder auch die 4WD Safari..

3. Prac war das Grazing Prac. Man mist in bestimmten Abständen von einer Schaftränke wie sich Vegetationsdichte und Schafskniddel verändern. Ja richtig, wir haben Schaf-Scheiße gezählt...(jaja, einige von euch lachen jetzt..Erst Fledermaußsch..., jetzt Schafe :D ).Ja, wo genau fangen wir jetzt an mit dem zählen??Ooooh, keine Vegetation :(

Schafsch... zählen..Jeder bekommt sein Quadrat zum Zählen :)

Nach den Pracs hieß es dann immer fleißig Daten auswerten und Graphen zeichnen..Denn, in Australien wird alles, aber auch ALLES benotet :)

Und dann begann der unabhängige Teil der Exkursion. Die Projekte. In Kleingruppen von 4-6Leuten haben wir uns zusammen getan und uns eigene kleine Forschungsprojekte ausgedacht und bearbeitet. Immer schön ein- und austragen, wer wo ist, damit niemand in der Wüste verschwindet :)

Und hier dürfte (vor allem für die Marburger, die meine Abneigung zu Botanik kennen) eine kleine Überraschung für viele von euch folgen: Ich habe mit meiner Gruppe Mistelzweige und ihre Wirtspflanzen untersucht :) Ja, Botanik..Und das freiwillig :D Aber mit der Gruppe hat es wirklich Spaß gemacht, auch wenn ich Pflanzen immernoch nicht so wirklich interessant finde ;)Der erste Mistelzwei wurde geortet :)
Mistelzweige üüüüüüberall




Genug Proben genommen, jetzt gehts an die Auswertung. Wie viel Prozent Herbivorie sind denn nun auf dem Blatt??

So ein paar Stunden in der Hitze in der Wüste lassen einen dann schonmal ein bißchen verrückt werden, was es nur noch lustiger macht :D

Es wurden verschiedenste Techniken zur Fliegenabwehr ausprobiert (Die waren nämlich unglaublich nervig, wenn der Wind weg war).
Und wir wurden von Apostlebirds (Struthidea cinerea) [im deutschen glaube ich Gimpelhäher?] verfolgt und fast tätlich angegriffen..Dabei wollten wir die Beeren vom Baum ja gar nicht..aber so richtig überzeugend waren wir wohl nicht :D
Rund um die Station sind ein paar sehr knuffige Känguruhs herum gefhüpft. Die zwei Jungen leben im Garten der Farmbesitzer und ein erwachsenes Weibchen, Jacky, hat alles versucht um ein paar Leckerbissen abzustauben. Sie lief immer irgendwo in der Nähe des Haupthauses rum und das Beste: Man konnte sie streicheln! Ich kann wirklich nur sagen Känguruhs sind uuuuunglaublich süß :)


Ein Highlight am vorletzten Abend war definitiv, dass wir raus gegangen sind zum star-gazing (Sternengucken). Es war unglaublich! Das Kreuz des Südens, der Skorpion, der Orion, die Milchstraße und ein paar Sternschnuppen..WOW!!! Der Sternenhimmel so weit weg von jeglichen Lichtquellen war der Wahnsinn!
Danach gings dann weiter zum Spot-lighting. Mit dem Jeep fährt man raus und mit zwei Scheinwerfern sucht man dann die Gegend nach Känguruhs und anderen Tieren ab. Wir haben alle drei Känguruharten gesehen, die es in Fowlers Gap gibt. Die western Grey kanagroo Männchen sind schon beeindruckend groß!

Am letzten Abend haben wir dann alle unsere Projekte vorgestellt und dann gabs noch ein paar Drinks, bis wir dann um 1.30Uhr wieder in den Kleintransporter gestiegen und haben uns wieder auf die 17 Stunden Heimreise begeben. Um 21Uhr am 11.September waren wir dann wieder in Sydney.
Und zum Abschluss noch ein paar Impressionen aus der Wüste:




Meister der Tarnung


Reise-Katalog-Fotos :)


Den Rest des Wochenendes habe ich dann die Seele baumeln lassen, denn immerhin war die Woche in Fowlers Gap ja meine Mid-Semester-Break. Aber ich muss sagen es war eine durchaus gelungene Art und Weise meine Ferien zu verbringen. Es hat Spaß gemacht und ich habe wieder einige neue Leute kennen gelernt. Was will man mehr?!

Nun habt ihr also auch nen Eindruck bekommen, woher dieser Sandsturm hier in Sydney kam :)

In diesem Sinne,
staubige Grüße,

eure Jule